Ein Jahr im Ausland – Bewerber*innen aus Deutschland

Die Freiwillige Lena besuchte ältere Menschen der Jüdischen Gemeinde in Prag. Bild: ASF/Helena Schätzle

Was ist ein Freiwilligendienst? Und warum #mitASF?

Der Freiwillige Johann und Georges bei einem Ausflug nahe Jerusalem. Johann unterstütze Georges im Alltag, sie unternahmen aber auch viele Aktivitäten. Bild: ASF/Ruthe Zuntz
Paul arbeitete in Brüssel in einem Stadtteilzentrum mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen. Bild: ASF/Arnaud Ghys
Die Freiwillige Clara bei einer Baumpflanzung in Erinnerung an jüdische Kinder, die vor der Shoah nach Großbritannien geflüchtet sind. Bild: Nick Spratling
Die ASF-Freiwilligen Judith und Katharina in der Gedenkstätte des KZ Auschwitz-Birkenau in Polen. Bild: ASF/Helena Schätzle
Der Freiwillige Manuel engagierte sich für Kinder in Philadelphia, USA.
Naila begleitete im israelischen Nahariya Menschen mit Behinderung in ihrem Alltag, wie hier in einer Werkstatt. Bild: ASF/Ruthe Zuntz

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Die Freiwillige Sehriban bei einem Spieleabend in einem New Yorker Seniorenheim.
ASF-Freiwillige bei ihrer Ankunft in Krakau. Bild: ASF
In einem Café in Jerusalem. ASF/Helena Schätzle
ASF-Freiwillige in Prag. Bild: ASF/Karel Cudlín
Freiwillige bei einem Seminar in London 2023
ASF-Freiwillige in Norwegen. Bild: Jacob Gimbel
ASF-Freiwillige unterwegs in Jerusalem. Bild: ASF/Ruthe Zuntz
ASF-Freiwillige aus Deutschland, Polen und der Ukraine bei einem Seminar in Polen.
ASF-Freiwillige bei einem Seminar in Griechenland.
Freiwillige in ihrer WG in Brno, Tschechien. Bild: ASF/Karel Cudlín
Freiwillige beim Kochen in ihrer WG in Haifa. Bild: ASF/Helena Schätzle
Leonore besuchte ältere Menschen in Jerusalem und arbeitete in dieser Schule für Kinder mit Behinderungen. Bild: ASF/Ruthe Zuntz

Im Zentrum des Freiwilligendienstes steht dein Engagement bei den Menschen vor Ort. Du engagierst dich #mitASF für ein Jahr bei einer Partnerorganisation in verschiedenen Ländern Europas, in Israel und den USA – zum Beispiel begleitest du NS-Verfolgte, unterstützt Menschen mit Behinderungen oder du arbeitest in einer Gedenkstätte oder NGO mit.

So ein Freiwilligendienst ist mehr als nur Work and Travel oder ein Au-Pair, denn es geht um mehr als nur um die Arbeit: Du lernst gemeinsam in einer Gruppe von Mitfreiwilligen in Seminaren und Exkursionen das Land, seine Menschen, die Sprache und Geschichte kennen, oder ihr begebt euch auf die Spuren der eigenen Familiengeschichte. Und du leistest auf einer Freiwilligenstelle einen konkreten Beitrag für Frieden, Vielfalt und Menschenrechte.

Deswegen nennen wir unsere Freiwilligendienste auch »Friedensdienste«, weil wir in Respekt und Solidarität mit unseren Partner*innen zusammenarbeiten. Gemeinsam treten wir für die Erinnerung an historisches Unrecht, einen gerechten Frieden und die Wahrung der Menschenrechte ein – und das seit über 60 Jahren.

Ein internationaler Freiwilligendienst mit ASF ist ähnlich wie ein FSJ – findet aber im Ausland und in der internationalen Begegnung statt. Du kannst mit ASF einen gesetzlich anerkannten Freiwilligendienst machen. Unsere Stellen sind anerkannt für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) oder den Europäischen Solidaritätskorps (ESK). Wenn du einen Rechtsanspruch auf Kindergeld hast, bleibt dieser auch während deines Auslandsjahres erhalten.

 

ASF wurde nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah gegründet, als Zeichen der Umkehr und einer konkreten Solidarität mit den Menschen und Ländern, die die beispiellosen NS-Verbrechen erleiden mussten. ASF erinnert an die Verfolgten und tritt aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten entgegen.

ASF begleitet und unterstützt dich vor und während deines Auslandsjahres. In jedem Land gibt es für die Freiwilligen feste ASF-Ansprechpartner*innen. Mit unseren Partnerorganisationen kooperieren wir eng und meist seit vielen Jahren. Auch am Arbeitsplatz gibt es für dich feste Ansprechpartner*innen. Die gute Vorbereitung und Begleitung durch dieses Jahr und vielseitige Seminare sind uns sehr wichtig und zeichnen einen ASF-Freiwilligendienst aus. Deshalb: #mitASF.

Du möchtest dich für ein Jahr im Ausland engagieren?

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Bei Fragen zum Freiwilligendienst oder zur Bewerbung unterstützt dich:

Karin Schröder

ASF-Infobüro – für allgemeine Anfragen

Mehr Informationen zum Thema

Mittwoch ist das Infobüro nicht besetzt.

Mail: infobuero[at]asf-ev.de
Tel: +49 30 28395-184
Fax: +49 30 28395-135

Mehr über die Ziele und Geschichte von ASF:

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Länder

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Um die 14 Freiwilligen leisten auf verschiedenen Freiwilligenstellen in Belgien ihren Dienst. Sie engagieren sich in sozialen, politischen und historischen Freiwilligenstellen mit unterschiedlichen Zielgruppen: die Freiwilligen begleiten Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder auch Menschen, die in Armut leben. Sie unterstützen jüdische Institutionen und engagieren sich in Gedenkstätten und Museen.

Belgien ist ein kleines Land mit drei offiziellen Sprachen: Französisch in Wallonien, Niederländisch in Flandern und Deutsch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Zudem ist die Hauptstadt Brüssel Sitz zahlreicher europäischer und internationaler Institutionen. Diese besondere sprachliche Situation ist charakteristisch für die Projekte von ASF in Belgien: in mehreren Freiwilligenstellen ist die Arbeitssprache Flämisch, in einigen Französisch, in zwei europäischen Partnerorganisationen Englisch und in einem Projekt Deutsch. Einige Freiwilligenstellen sind zweisprachig.

Das ASF-Landesbüro befindet sich in Brüssel.

Aufgrund der überschaubaren Größe des Landes liegen keine weiten Distanzen zwischen den Freiwilligen. Die Freiwilligen können sich leicht besuchen und das ganze Land kennenlernen.

Die Anfänge von ASF in Belgien

Belgien wurde in beiden Weltkriegen von Deutschland besetzt. Viele Menschen flohen aus Deutschland während der NS-Zeit ins Nachbarland, weil sie als Jüdinnen*Juden oder politisch verfolgt wurden. Als Belgien 1940 von Deutschland besetzt wurde, mussten sie erneut fliehen oder untertauchen. Über 25.000 Menschen wurden aus Belgien in die Vernichtungslager deportiert.

Seit 1963 sind ASF Freiwillige in Belgien aktiv: Die ersten Freiwilligen halfen mit beim Bau eines Heimes für Jugendliche in Wasmuel bei Mons. Der Ort lag in einer Region, in der es in beiden Weltkriegen zu Übergriffen durch die deutschen Besatzungstruppen kam. Nach dem Bau unterstützten Freiwillige die Sozialarbeit im Heim, es entstanden enge Kontakte zwischen der belgischen Bevölkerung und den Freiwilligen.

Danach wurde das ASF-Landesprogramm in Belgien ausgebaut: zunächst arbeiteten Freiwillige in Friedensorganisationen, später auch in meist kirchlichen Sozialprojekten mit Geflüchteten, Suchtkranken oder auch Seeleuten.

Seit 1983 arbeiten Freiwillige in Arche-Lebensgemeinschaften mit Menschen mit Behinderungen. Seit Ende der 1980er Jahre engagieren sich Freiwillige bei jüdischen Partnerorganisationen für Shoah-Überlebende sowie in Gedenkstätten, Museen und Forschungseinrichtungen. Einige Freiwilligenstellen in Brüssel haben zudem einen europäischen Fokus.

Seit 2004 gibt es ein eigenes ASF Landesbüro in Brüssel und seit 2007 auch den belgischen Verein ASF België/ Belgique vzw.

Belgien ist Teil des internationalen Programms von ASF für Freiwillige mit Wohnsitz in Deutschland.

Internationales Freiwilligen-Programm: nur für Bewerber*innen, die nicht aus Deutschland kommen

Aktuell bietet das internationale Programm in Deutschland um die 15 Freiwilligenstellen. Die Freiwilligen kommen aus verschiedenen europäischen Ländern, aus Israel und den USA. Die Teilnahme für Freiwillige, die aus Deutschland kommen, ist nicht möglich.

Freiwillige in Deutschland arbeiten in Gedenkstätten und Museen, besuchen alte Männer und Frauen in jüdischen Gemeinden und ehemalige Häftlinge, unterstützen Menschen mit Behinderungen und arbeiten in Menschenrechtsorganisationen sowie in Flüchtlingsprojekten. Die meisten Einsatzstellen befinden sich in Städten. Manchmal leben und arbeiten zwei oder mehr Freiwillige an einem Ort.

Freiwillige im Deutschlandprogramm sollten Lust an einer internationalen Gruppe und Interesse an anderen Kulturen und Geschichten mitbringen. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache sind eine wichtige Grundlage – nicht nur für die Arbeit in den Projekten und den Alltag, sondern auch für die Kommunikation in der internationalen Freiwilligengruppe. Viele Projekte arbeiten im Bereich der historisch-politischen Bildung, auch dafür sind gute Deutschkenntnisse notwendig.

Eine spannende Erfahrung

Von Anfang an waren die ASF-Freiwilligendienste auf einen Dialog mit den Menschen in den Partnerländern ausgerichtet. 1996 startete ASF dann das internationale Freiwilligen-Programm in Deutschland, nachdem viele Projektpartner in unterschiedlichen Ländern den Wunsch geäußert hatten, auch Freiwillige nach Deutschland entsenden zu wollen.

Für ASF und die Freiwilligen ist das internationale Freiwilligenprogramm eine spannende Erfahrung. Junge Frauen und Männer aus unterschiedlichen Ländern leben, arbeiten und lernen ein Jahr gemeinsam. Bei den Freiwilligen- Seminaren findet ein Austausch über die Relevanz von Geschichte(n) in den verschiedenen Ländern und Familien statt. Wie unterschiedlich werden Geschichten hier und da erinnert? Und wie prägen sie unsere Beziehungen und unser Handeln in der Gegenwart? Für die Freiwilligen aus dem Ausland ist es interessant zu erfahren, wie die Gesellschaften in den beiden deutschen Staaten mit der Gewalterfahrung des Nationalsozialismus umgingen und wie die Erinnerungsdiskurse in Deutschland heute geprägt sind. Internationale Freiwillige unterbrechen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven den „deutschen Monolog“ über die Geschichte, sie stellen Fragen und sie nehmen am Ende auch Fragen an ihre eigenen Gesellschaften mit nach Hause.

Weitere Informationen zum Deutschland-Programm für Bewerber*innen aus anderen Ländern 

Etwa 17 ASF-Freiwillige engagieren sich derzeit in größeren und kleineren Städten in Frankreich auf verschiedenen Freiwilligenstellen. Sie gewinnen durch ihre Mitarbeit in Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Begegnungscafés sowie in sozialen Projekten Einblicke in eine vielfältige Gesellschaft. Im Alltag erleben Freiwillige oft, dass sich ein Leben in Frankreich in vielem von dem gewohnten Leben in Deutschland unterscheidet, auch wenn das Nachbarland nah ist und die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse ähnlich sind. 

Vielseitige Einsatzstellen

In Frankreich haben ASF-Freiwillige die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst an Gedenkorten wie dem Mémorial de la Shoah in Paris, an Erinnerungsorten wie dem Dorf Oradour-sur-Glane oder dem Musée Memorial des Enfants d’Izieu sowie in unterschiedlichen sozialen und soziokulturellen Projekten zu erleben.

Geschichte und Erinnerung

Im Jahr 2021 feierte ASF das 60-jährige Jubiläum der Arbeit in Frankreich. Kollektive Traumata wie der Erste und der Zweite Weltkrieg sowie die Deportation von 76.000 Jüdinnen und Juden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager spielen im öffentlichen Bewusstsein Frankreichs eine wichtige Rolle. Neben der zunehmenden Auseinandersetzung mit den Täter*innen des Vichy-Regimes wird verfolgt, wie die deutsche Gesellschaft ihrerseits mit der Erinnerung an den Nationalsozialismus umgeht.

1961 kamen die ersten Gruppen von Freiwilligen, um durch sogenannte Bauprojekte sichtbare Zeichen an Orten zu setzen, die besonders durch die nationalsozialistische Besatzung Frankreichs betroffen waren. Freiwilligengruppen bauten eine Versöhnungskirche in Taizé, und wenig später halfen weitere Gruppen beim Bau der Synagoge der Brüderlichkeit in Villeurbanne, Lyon. Seitdem sind hunderte von jungen Menschen als ASF-Freiwillige nach Frankreich gekommen und engagieren sich insbesondere in Projekten der historischen und politischen Bildung, aber auch im sozialen Bereich.

In Griechenland gibt es bis zu 10 Freiwilligenstellen auf dem Festland, auf der Peloponnes und auf der Insel Kreta. Freiwillige arbeiten unter anderem mit jüdischen Partnerorganisationen und mit sogenannten Märtyrerdörfern zusammen. Das sind Orte, wo die Deutschen während der Besatzungszeit Verbrechen an der Zivilbevölkerung verübt hatten. Die Freiwilligen übernehmen Aufgaben im historischen, sozialen und kulturellen Bereich. Sie tragen dazu bei, dass die Erinnerung bewahrt wird und dass durch Begegnung neue Beziehungen entstehen.

Seit 2021 leisten ASF-Freiwillige einen einjährigen Freiwilligendienst in Griechenland. Es gibt bis zu 10 Stellen an Gedenkorten, in Kulturzentren und in der Erinnerungsarbeit. Unserer griechischen Partnerorganisation FILOXENIA begleitet die Freiwilligen im Land.

Das Programm ist noch recht jung. Wir suchen Freiwillige, die Lust haben, diese Arbeit weiter aufzubauen und zu gestalten. Gefragt sind Flexibilität, Geduld und Selbständigkeit – dafür können die Freiwilligen viel mitgestalten und sich in das soziale Leben der oft kleineren Ortsgemeinden einbringen.

Griechenland ist vielen Menschen in Deutschland als Urlaubsland bekannt: Berge und Inseln, Strände und Meer und die griechische Gastfreundschaft ziehen jedes Jahr Tausende deutscher Tourist*innen an. Was viele Menschen in Deutschland nicht wissen: Während der deutschen Besatzungszeit 1941-1944 wurde circa ein Zehntel der griechischen Bevölkerung ermordet. Hunderte Dörfer wurden zerstört, die Zivilbevölkerung massakriert. Die jüdischen Gemeinden des Landes wurden ausgeraubt, ihre Mitglieder zur Zwangsarbeit gezwungen und fast 90% der griechischen Jüdinnen und Juden wurden in Vernichtungslager deportiert und ermordet.

ASF engagiert sich von Beginn an gegen das Verdrängen dieser Verbrechen und für eine Anerkennung der deutschen Kriegsschuld gegenüber Griechenland. Bereits in den 1960er Jahren arbeitete ASF mit Märtyrergemeinde in der Region Westmakedonien sowie auf Kreta zusammen. Bis heute stehen dabei die Begegnungen mit Menschen, die immer noch ökonomisch und seelisch an den Folgen der mörderischen Okkupation leiden im Zentrum. ASF unterstützt daher die Forderungen des Vereins „Respekt für Griechenland“ zu deutscher Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland. Unser Freiwilligenprogramm wurde mit Unterstützung des Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds aufgebaut. Deutschland steht weiterhin in der Pflicht, zukunftsorientierte Beiträge zur Anerkennung seiner Schulden und zur Klärung von Entschädigungszahlungen zu leisten.

Als ASF-Freiwillige*r kannst du dazu beitragen, Erinnerungen zu bewahren und die Beziehungen zwischen den Menschen unserer Länder zu verbessern.

Aktuell sind 12 ASF-Freiwillige aus Deutschland und Polen in Coventry und in London tätig. Die Bandbreite der Freiwilligenstellen umfasst die Betreuung von Überlebenden der Shoah, die Wiener Library, eines der wichtigsten europäischen Archive zur Shoah, das Jewish Museum London, das Versöhnungszentrum Coventry Cathedral und die Roma Support Group – eine Selbsthilfeorganisation von Rom*nja – sowie die Unterstützung von psychisch und physisch beeinträchtigten Kindern und Erwachsenen.

Für einen Freiwilligendienst in Großbritannien sind englische Sprachkenntnisse eine wichtige Voraussetzung, denn die ASF-Seminare, die den Freiwilligendienst begleiten, finden von Anfang an in Großbritannien statt und werden auf Englisch geführt. Dazu gehört auch ein Seminar unter dem Motto „Erinnerung(en), Identität(en), Engagement“, in dem sich die deutschen, ukrainischen und polnischen ASF-Freiwilligen über diese Begriffe nicht nur miteinander, sondern auch gemeinsam mit gleichaltrigen jungen Menschen aus Großbritannien austauschen.

Wechselhafte Geschichte

In der Nacht vom 14. auf den 15. November 1940 bombardierte die deutsche Luftwaffe die mittelenglische Stadt Coventry. Das Bombardement dauerte elf Stunden. Hauptziele des Angriffs waren die Innenstadt und die Zivilbevölkerung. Mit dem Stadtzentrum Coventrys wurde auch die St. Michaels-Kathedrale  in Schutt und Asche gelegt. Hier begann 1961 die Arbeit der Aktion Sühnezeichen in Großbritannien. Auf Anregung des damaligen Bischofs von Coventry begannen deutsche Freiwillige unter dem Stichwort „Operation Reconciliation“ mit dem Aufbau einer internationalen Begegnungsstätte für Versöhnung.

Bis 1986 arbeiteten durchschnittlich 25 ASF-Freiwillige in fünf sozial und wirtschaftlich besonders benachteiligten Regionen Großbritanniens. Finanzielle Probleme führten schließlich zu drastischen Einschnitten im  ASF-Programm in Großbritannien. Die Arbeit wurde zunächst reduziert, dann beinahe gänzlich eingestellt. Erst seit 1990 gelang es ASF, die Arbeit in Großbritannien wieder aufzubauen und zu stabilisieren.

Zwischen 2001 und 2023 fanden die Freiwilligendienste in Großbritannien als „trialterales Programm“, statt: deutsche und polnische Freiwillige arbeiteten als bi-nationale „Tandems“ in britischen Projekten. Die Geschichte dieser drei Länder ist bis heute eng miteinander verflochten. Für die Freiwilligen entsteht so ein intensiver, lebendiger Austausch von Sprachen, Kulturen und Geschichte(n). Aufgrund der schwierigeren Förderbedingungen im Zuge des Brexit musste ASF diese Tradition beenden. Ab 2024 leisten wieder nur deutsche Freiwillige in Großbritannien ihren Dienst. Polnische Freiwillige können am internationalen Freiwilligen-Programm in Deutschland teilnehmen.

 

Seit 1961 engagieren sich jedes Jahr ASF-Freiwillige auf verschiedenen Freiwilligenstellen in Israel. Dort unterstützen sie u.a. ältere Menschen und NS-Überlebende, sozial benachteiligte Menschen und Menschen mit Behinderungen im Alltag und sind an Gedenkorten tätig.

Rund 22 Freiwillige leisten jährlich einen Freiwilligendienst mit ASF in Israel. Sie engagieren sich in den Großstädten Haifa, Tel Aviv und Jerusalem sowie in kleineren Städten wie Afula und Herzeliya. Fast alle Freiwillige unterstützen in ihrem Dienst NS-Überlebende im Alltag. Sie sind zudem in verschiedenen Tätigkeitsfeldern aktiv: Sie engagieren sich für Menschen mit Behinderungen, betreuen Kinder in Frauenhäusern, unterstützen Geflüchtete, sind an Gedenkorten oder Forschungseinrichtungen tätig sowie in der interkulturellen Begegnungsarbeit.

In den meisten Freiwilligenstellen wird die wöchentliche Arbeitszeit auf zwei Tätigkeitsfelder verteilt. So können viele der Freiwilligen einen Teil ihrer Zeit der Begegnung mit Überlebenden der Shoah widmen und gleichzeitig auch noch in anderen Bereichen tätig sein.

ASF-Freiwillige in Israel lernen ein oder zwei neue Sprachen (Hebräisch, Arabisch) und tauchen in den Alltag der israelischen Gesellschaft ein. Sie erleben die aktuelle Situation Israels aus nächster Nähe. Dabei lernen sie die Komplexität des jüdisch-arabischen Konflikts in den verschiedensten Facetten kennen und treffen auf Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Die Begegnung mit Überlebenden der Shoah und deren Familien ist dabei von besonderer Bedeutung.

Die Anfänge von ASF in Israel
Die Freiwilligenarbeit in Israel begann 1961. Der Anfang war schwer. Das deutsch-jüdische sowie das deutsch-israelische Verhältnis waren durch die NS-Verbrechen extrem belastet. Zu Beginn der Arbeit in Israel existierten keine diplomatischen Beziehungen zu Deutschland und es kamen kaum deutsche Besuchergruppen ins Land. ASF-Freiwillige leisteten Pionierarbeit beim Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen und in der Entwicklung von Begegnungsprogrammen. Bis heute haben mehr als 1.500 überwiegend junge, aber auch ältere Menschen einen ASF-Freiwilligendienst in Israel geleistet.

Die Niederlande sind weit mehr als nur ein scheinbar gut bekanntes Nachbarland mit Nordseestrand, Grachten und Fahrrädern – das entdecken jedes Jahr um die 18 ASF-Freiwillige in ihren vielseitigen Freiwilligenstellen im ganzen Land – von Sozialprojekten über Lebensgemeinschaften bis zu Gedenkorten.

Vielfältige Einblicke

Ein ASF-Freiwilligendienst in den Niederlanden bietet die Möglichkeit, an Gedenkorten wie dem Anne-Frank-Haus in Amsterdam, in NS-Gedenkstätten wie Kamp Vught oder im sozialen Bereich u.a. in Projekten mit Geflüchteten, Wohnungslosen und Drogenabhängigen zu arbeiten. Einblicke in eine vielseitige Gesellschaft und in die wechselhafte Geschichte des Landes sind dabei garantiert.

Lebendige Erinnerungen

Bis heute ist in der niederländischen Bevölkerung die Erinnerung an die deutsche NS-Besatzung lebendig: an die völlige Zerstörung Rotterdams durch den verheerenden Luftangriff am 14. Mai 1940, an die brutale Verfolgung von jeder Form von Widerstand, an die Deportation und den Mord der jüdischen Bevölkerung, an die Verschleppung einer halben Million Niederländer*innen zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich, an den Hungerwinter 1944/45, den viele Menschen – vor allem Kinder – nicht überlebten. Jedes Jahr am 4. Mai wird der Opfer von Faschismus und Krieg gedacht, am 5. Mai feiert die niederländische Gesellschaft die Befreiung von der deutschen Besatzung.

1959 begann Aktion Sühnezeichen die Arbeit in den Niederlanden: Freiwillige halfen beim Bau einer Feriensiedlung in Friesland sowie einige Jahre später bei der Errichtung einer internationalen ökumenischen Sozialakademie, dem Visser’t Hooft-Zentrum in Rotterdam. Die Stadt wurde bei deutschen Luftangriffen stark zerstört. Seit den 1960er Jahren engagieren sich ASF-Freiwillige auch stärker in der sozialen Arbeit mit obdachlosen, suchtkranken oder geflüchteten Menschen sowie in Gedenkstätten und Museen. So lernen sie das Land und seine Menschen kennen. setzen sich mit der Geschichte der Niederlande auseinander und tragen hierbei nicht zuletzt auch zur Auseinandersetzung mit erinnerungspolitischen Themen bei.

Freiwilligendienst in Norwegen:
Aktiv zwischen Mitternachtssonne und der Dunkelzeit

Seit 1959 kommen deutsche Freiwillige nach Norwegen, um ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung zu setzen. Am Anfang standen Bauprojekte in Nordnorwegen im Vordergrund, doch schnell wurde daraus ein Dienst im ganzen Land. Heute engagieren sich junge Erwachsene in vielseitigen Freiwilligenstellen für gehörlose, psychisch und physisch beeinträchtigte und ältere Menschen oder in einer Gedenkstätte.

Widerstand und Begegnung

Jährlich leisten 11 bis 14 Freiwillige ihren Dienst in jüdischen Seniorenheimen, Gedenkstätten, Museen, Internatsschulen und offenen Einrichtungen für beeinträchtigte Jugendliche und Erwachsene im ganzen Land an den Standorten Alta, Andebu, Ekne, Evenskjer, Hammerfest, Moi und Oslo.

1959 und 1960, schon ein Jahr nach dem Aufruf zur Gründung von Aktion Sühnezeichen 1958, setzten Freiwillige zwei Bauprojekte im Norden des Landes um: ein Wirtschaftsgebäude für das Kinderheim Trastad Gård und eine Kirche in Kokelv. Pastor Gilleberg, damals Heimleiter in Trastad Gård, schrieb dazu: „Es war ein Idealismus, der brannte. Und dieser Idealismus bewirkte, dass die Aktion gelang. Im Jahre 1959 gab es viel Hass gegenüber den Deutschen, und die erste Gruppe bekam dies zu spüren. Ich weiß bestimmt, dass die Aktion und was sie hier geleistet hat, eine Aussöhnung in der Stille war.“ Die deutsche Besatzung, vor allem die Deportation fast der gesamten jüdischen Bevölkerung Norwegens, bestimmte jahrzehntelang die kollektive Wahrnehmung im Land.

Weitere Aspekte der ASF-Arbeit in Norwegen

Im Jahr 2012 zeichnete die Norwegisch-Deutsche Willi-Brandt-Stiftung ASF für ihren besonders verdienstvollen Beitrag zur Versöhnung und Verständigung beider Länder im Rahmen der langfristigen Freiwilligendienste aus. In den letzten Jahren fanden zwei Sommerlager statt – zusammen mit dem Holocaust Zentrum für Minoritätenforschung in Oslo und in Kokelv, wo die Teilnehmenden Restaurationsarbeiten an der 1960 von Aktion Sühnezeichen gebauten Kirche durchgeführt haben. Im August 2019 feierte ASF in Norwegen ihr 60-jähriges Jubiläum.

Deutsch-ukrainisches Freiwilligen-Programm in Polen. Für Bewerber*innen aus der Ukraine Informationen hier.

Auch wenn Polen schon im Gründungsaufruf von Aktion Sühnezeichen 1958 genannt wurde, dauerte es knapp 40 Jahre, bis ab 1996 ASF-Freiwillige kontinuierlich in Polen arbeiten konnten. Heute gibt es circa 16 Freiwilligenstellen für Freiwillige aus Deutschland und aus der Ukraine.

Sie arbeiten in der historisch-politischen Bildung, beispielsweise in den KZ-Gedenkstätten Stutthof und Majdanek sowie in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz. Darüber begleiten ASF-Freiwillige Überlebende der NS-Verfolgung, unterstützen Menschen mit Behinderungen oder engagieren sich in Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Wer aus Deutschland als ASF-Freiwillige*r nach Polen kommt, sollte Lust haben, Polnisch zu lernen. Vorkenntnisse in einer anderen slawischen Sprache sind dabei hilfreich. Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit sowie Interesse für Geschichte sind in den meisten Projekten eine wichtige Basis.

Programm für Freiwillige aus Deutschland und Ukraine

Seit September 2009 arbeiten ASF-Freiwillige aus Deutschland und aus Ukraine gemeinsam in Polen – einige auch in deutsch-ukrainischen „Tandems“ gemeinsam in einem Projekt. Deutsche und ukrainische ASF-Freiwillige besuchen gemeinsam die ASF-Seminare – manchmal auch gemeinsam mit polnischen Teilnehmer*innen.

Unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte

Der deutsche Überfall auf Polen am 1. September 1939 markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Dabei gerät häufig in Vergessenheit, dass während der fünfjährigen deutschen Besatzung sechs Millionen polnische Staatsbürger*innen ermordet wurden, hunderttausende Frauen und Männer waren als Häftlinge in deutschen Konzentrationslagern und/oder mussten Zwangsarbeit verrichten. Polen erlitt hohe materielle und kulturelle Verluste: die Verschiebung der Staatsgrenzen, den Verlust eines Viertels seines gesamten Staatsgebiets und damit verbunden die Umsiedlungen von Millionen von Menschen.

Polen wurde – neben Russland und Israel – im ASF-Gründungsaufruf von Lothar Kreyssig explizit genannt als Land, das besonders unter der deutschen Besatzung gelitten hat. Der Kalte Krieg und die Blockkonfrontation führten jedoch dazu, dass zunächst lediglich Gedenkstättenfahrten in ehemalige Konzentrationslager durch Aktion Sühnezeichen (Ost) und aus der Bundesrepublik organisiert werden konnten. Dadurch entstand bereits Mitte der 1960er Jahre die Idee zur Errichtung einer internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz – die 1986 mit materieller Unterstützung durch die Bundesregierung tatsächlich eingeweiht werden konnte. Bis zu den ersten freien Wahlen in Polen 1990 waren es jedoch vor allem engagierte junge Erwachsene von Aktion Sühnezeichen DDR, die Sommerlager in Polen organisierten, Kontakte zu polnischen NS-Überlebenden aufbauten und versuchten, dem offiziellen Geschichtsdiskurs einen Dialog an der Basis entgegen zu setzen.

Ein Freiwilligendienst heute in Polen bietet auch die Chance, sich intensiv mit der polnischen Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg – und damit auch auf die stalinistischen Verfolgungs- und Säuberungswellen sowie die polnische Teilung und den sowjetisch-geprägten Staatskommunismus – auseinanderzusetzen und in spannenden tri-nationalen Seminren die unterschiedlichen deutsch-ukrainisch-polnischen Perspektiven auf Identität, Geschichte und Europa heute kennen zu lernen.

Freiwilligendienst in Tschechien

In vielfältigen Freiwilligenstellen engagieren sich ASF-Freiwillige landesweit, unter anderem an Gedenkorten wie in Terezin, in Museen, NGOs und sozialen Einrichtungen. Sie unterstützen in ihrem Freiwilligenjahr Überlebende der Shoah, ehemalige Zwangsarbeiter*innen, Menschen mit Behinderungen und sozial Benachteiligte.

Einsatz für Aussöhnung, Frieden und Verständigung über Grenzen hinweg 

Die ASF-Freiwilligendienste in Tschechien sind nach einer wechselvollen Geschichte heute fest im Land etabliert: 2023 feierte ASF in Tschechien ihr 30-jähriges Jubiläum.

Die Zusammenarbeit mit ASF begann bereits in den 1960er Jahren, die jüdischen Überlebenden des KZ Theresienstadt Irma und Jiři Lauscher begleiteten die ersten ASF-Gruppen aus der DDR und berichteten von ihrer Verfolgung. Heute führt ihre Tochter Michaela Vidláková, die als Kind das Lager überlebte, diese Erinnerungsarbeit fort. Zwischen 1968 und 1989 war es für Nichtregierungsorganisationen aus Westeuropa nicht möglich, in der ČSSR zu arbeiten. Aktion Sühnezeichen in der DDR hielt jedoch weiterhin Kontakte, die sich stets am Rande der Illegalität bewegten. Ab den 1990er Jahren konnten ASF-Freiwillige erstmals für einen einjährigen Dienst bei der jüdischen Gemeinde Prag nach Tschechien kommen. Darauf folgten viele weitere Projekte im ganzen Land: jüdische und christliche Sozialeinrichtungen für NS-Verfolgte, Menschen mit Behinderungen oder Roma, Gedenkstätten Terezin und Lidice, das Collegium Bohemicum oder die gemeinnützige Gesellschaft Živá paměť. Zudem pflegen Freiwillige in zweiwöchigen Sommerlagern jüdische Friedhöfe im Land.

Seit 2003 gibt es ein eigenes ASF-Landesbüro in Prag und den tschechischen Verein Servitus, der die ASF-Arbeit im Land trägt. Diese ökumenische Organisation für Freiwillige wurde im Mai 2003 von Vertreter*innen der evangelischen Kirchen, der Jüdischen Gemeinden, Caritas und Diakonie gegründet.

 

Rund 24 Freiwillige engagieren sich jährlich in den USA – vorwiegend an der Ostküste und im Mittleren Westen. Sie unterstützen unsere Partnerorganisationen bei der Betreuung von älteren Menschen, Wohnungslosen, Geflüchteten oder Menschen mit Behinderungen. Manche Stellen sind auch in Museen, Archiven und Forschungseinrichtungen angesiedelt.

Die meisten Freiwilligenstellen liegen in Städten, es gibt aber auch einige Freiwilligenstellen im ländlichen Raum – etwa die Lebensgemeinschaft in Innisfree (Virginia), wo Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen leben. Das ASF-Landesbüro befindet sich in Philadelphia.

Der Freiwilligendienst mit ASF in den USA bietet die Chance, das Leben hinter den Kulissen eines vielfältigen und facettenreichen Landes zu entdecken – und die eigenen Vorurteile, Projektionen und Stereotype schnell hinter sich zu lassen. Denn viele Stellen, in denen sich ASF-Freiwillige engagieren, arbeiten für diejenigen, die am Rande der US-amerikanischen Gesellschaft leben – ältere Menschen, Wohnungslose oder Geflüchtete. Rund die Hälfte aller Freiwilligen arbeitet bei jüdischen Einrichtungen, sie besuchen zum Beispiel Shoah-Überlebende oder setzen sich in Bildungsprojekten gegen Antisemitismus ein.

Nach der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus durch die Alliierten kamen amerikanische Freiwillige nach Europa, um beim Wiederaufbau des zerstörten Kontinents zu helfen. Damals entstanden auch die ersten Kontakte zu Aktion Sühnezeichen, insbesondere von Seiten der Quäker und der methodistischen Kirchen. 1968 wandten sich US-amerikanische Kirchen an ASF mit der Bitte, deutsche Freiwillige in die USA zu entsenden, damit das Engagement keine Einbahnstraße bleiben würde. Bis in die 1980er Jahren waren ASF-Freiwillige dann vor allem in Partnerorganisationen aktiv, die sich für gesellschaftlich Benachteiligten und für soziale Gerechtigkeit engagierten. Sie unterstützten zum Beispiel mexikanische Wanderarbeiter*innen, in ihrem Kampf für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Länger dauerte es, bis die ersten Freiwilligen in jüdischen Einrichtungen tätig wurden. In den USA lebt die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels, viele Gemeindemitglieder haben Bezüge nach Europa – denn rund 150.00 Juden und Jüdinnen konnten vor der NS-Verfolgung aus Europa in die USA fliehen. Erst nach und nach gelang es, jüdische Partnerorganisationen zu finden, die mit Freiwilligen aus Deutschland arbeiten wollten. Heute verbindet ASF zu verschiedenen Partnerorganisationen der jüdischen Gemeinde eine langjährige Zusammenarbeit.

ASF vor Ort:

Sara Mieth

Landesbeauftragte Belgien

Mehr Informationen zum Thema

ASF België/Belgique
174, Rue Joseph II
1000 Bruxelles
E-Mail: belgien[at]asf-ev.de
Tel.: +32- 492 53 46 22
Fax: +32 2 2311413
Homepage

Freiwilligenstellen in Belgien:

Hier

Landesseite:

be.asf-ev.de (Französisch)

be.asf-ev.de/nl (Flämisch)

 

ASF vor Ort:

Anne Katrin Scheffbuch

Landesbeauftragte Deutschland

Mehr Informationen zum Thema

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
Auguststr. 80
10117 Berlin
E-Mail: scheffbuch[at]asf-ev.de
Tel.: +49 511 98248299
Fax: +49 30 28395-135

Freiwilligenstellen in Deutschland:
Hier

Mehr Informationen zum internationalen Programm in Deutschland
Hier (nur für Bewerber*innen, die nicht aus Deutschland kommen)

ASF vor Ort:

Annika Uepping

Landesbeauftragte Frankreich

Mehr Informationen zum Thema

Comité d’ASF
86, rue de Gergovie
75014 Paris
Tel.: (0)30-28395 183
Tél (France): 07 49 53 25 30
Fax: +33 1 45433124
E-Mail: uepping@asf-ev.de
Homepage

Freiwilligenstellen in Frankreich:

Hier

Landesseite:
fr.asf-ev.de

ASF vor Ort:

Thomas Heldt

Referent für Freiwilligendienste & stellvertretender Geschäftsführer

Mehr Informationen zum Thema

Mail: heldt[at]asf-ev.de
Phone: +49 30 28395-176
Fax: +49 30 28395-135

Freiwilligenstellen in Griechenland:

Hier

Respekt für Griechenland

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste unterstützt die Forderungen des Vereins zu deutscher Kriegsschuld und Verantwortungen gegenüber Griechenland. Mehr dazu hier.

ASF vor Ort:

Sabrina Gröschel

Landesbeauftragte Großbritannien

Mehr Informationen zum Thema

ARSP
St Margarets House
21 Old Ford Road, London E2 9PL
E-Mail: grossbritannien[at]asf-ev.de
Tel.: +44 2081 443736
Fax: +44 20 89819944
Homepage

Freiwilligenstellen in Großbritannien:
Hier

Landesseite:
https://gb.asf-ev.de/

ASF vor Ort:

Judith Kuhne

Landesbeauftragte Israel

Mehr Informationen zum Thema

Rh. Ein Gedi 28
93383 Jerusalem
E-Mail: israel[at]asf-ev.de
Tel.: +972 2 6732587
Fax: +972 2 6717540
Homepage

Freiwilligenstellen in Israel:

Hier

Landesseite:
https://il.asf-ev.de/

ASF vor Ort:

Barbara Schöpping

Landesbeauftragte Niederlande

Mehr Informationen zum Thema

Ketelhuisplein 7
1054 RD Amsterdam
E-Mail: niederlande[at]asf-ev.de
Tel.: +31 20 6842723
Fax: +31 20 6842862
Homepage

Freiwilligenstellen in den Niederlanden:

Hier

Landesseite:

https://nl.asf-ev.de/

ASF vor Ort:

Doris Wöhncke

Landesbeauftragte Norwegen

Mehr Informationen zum Thema

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
Auguststr. 80
10117 Berlin
E-Mail: norwegen[at]asf-ev.de
Tel.: +47 99 855795
Homepage

Freiwilligenstellen in Norwegen:
Hier

Landesseite:

https://no.asf-ev.de/

ASF vor Ort:

Urszula Sieńczak

Landesbeauftragte Polen

Mehr Informationen zum Thema

Stowarzyszenie ASF w Polsce
Piekary 2
32-060 Liszki
E-Mail: polen[at]asf-ev.de
Tel.: +48 12 2806287
Homepage

Freiwilligenstellen in Polen:
Hier

Landesseite:
https://pl.asf-ev.de/

ASF vor Ort:

Viola Jakschová

Landesbeauftragte Tschechien

Mehr Informationen zum Thema

Máchova 7
120 00 Praha
E-Mail: tschechien[at]asf-ev.de
Tel: +420 2 52545694
Bürozeiten: Di – Do 9:00 – 16:00 Uhr
Homepage

Freiwilligenstellen in Tschechien:
Hier

Landesseite:
https://cz.asf-ev.de/

ASF vor Ort:

Dr. Monika Moyrer

Landesbeauftragte USA

Mehr Informationen zum Thema

ARSP
1501 Cherry Street
Philadelphia, PA 19102
E-Mail: usa[at]asf-ev.de
Tel.: +1 215 2417249
Homepage

Freiwilligenstellen in den USA:

Hier

Landesseite:

https://us.asf-ev.de/

Was machen Freiwillige?

ASF-Freiwillige sind in ihren Freiwilligenstellen auf unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern aktiv: Sie begleiten alte Menschen, darunter Überlebende des Holocaust und der NS-Zwangsarbeit. Sie engagieren sich an Gedenkstätten oder in NGOs. Sie unterstützen Menschen mit Behinderungen sowie geflüchtete und sozial benachteiligte Menschen.

Der Freiwillige Leon besuchte ältere Menschen in Jerusalem. Bild: ASF/Helena Schätzle

Als Freiwillige*r besuchst du ältere Menschen zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. Gespräche, spazieren gehen, im Haushalt helfen oder der Gang zur Arztpraxis oder zum Einkauf gehören zu eurem Tagesablauf. In manchen Einrichtungen organisierst du auch Freizeitaktivitäten, Spiele und Ausflüge für die Bewohner*innen. Dabei lernt und erfahrt ihr mehr von einander, über das Leben der Menschen, aber auch über ihren Alltag. Das ist für beide Seiten eine Bereicherung.

Viele der alten Menschen, die du besuchst, haben die NS-Verbrechen selbst überlebt oder sind Nachkommen von Verfolgten. Sie wurden als Jüdinnen*Juden verfolgt oder mussten Zwangsarbeit leisten. Einige von ihnen überlebten auch den stalinistischen Terror. Sie leiden bis heute an den Folgen der Gewalt, mit denen sie ganz unterschiedlich umgehen. Einige berichten von ihrer Verfolgung als Zeitzeug*innen, andere tun dies nicht.

Viele der Freiwilligenstellen sind in jüdischen Gemeinden und Pflegeheimen oder in anderen sozialen Einrichtungen wie Seniorenclubs.

Deine Aufgaben in diesem Tätigkeitsfeld sind sehr vielfältig: Du besuchst entweder einzelne Personen oder auch Gruppen. Manche Menschen sind noch sehr selbständig und du begleitest sie in ihrem Alltag, andere können nicht mehr alltägliche Dinge erledigen. Hier gestaltest du eher die Freizeit mit, zum Beispiel mit Gedächtnisübungen und gemeinsamen Singen oder du hilfst bei der Essensausgabe. Mitunter übernimmst du auch kleinere pflegerische Tätigkeiten oder übernimmst auch auch hausmeisterliche Arbeiten.

Für den Umgang mit alten Menschen solltest du viel Geduld und Sensibilität mitbringen. Wichtig ist auch deine Bereitschaft, dich mit der Geschichte der Menschen auseinander zu setzen. Du brauchst kein bestimmtes Vorwissen, unsere Partnerorganisation wird dich in alle Aufgaben einführen.

Oft bedeutet den Menschen, die unsere Freiwilligen besuchen, das sehr viel. Du kannst ihren Alltag oft nur in Kleinigkeiten erleichtern, aber deine Besuche und eure Gespräche sind etwas sehr Wertvolles.

Die ASF-Freiwillige Dora mit Bewohner*innen in Monnikenheide, Belgien. Hier lernen, arbeiten und leben Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Bild: ASF/Arnaud Ghys

Als Freiwillige*r begleitest du Menschen mit Behinderungen in ihrem Alltag. Euer Tagesablauf kann dabei ganz unterschiedlich aussehen und ist sehr abwechslungsreich. Du unterstützt die Menschen, lernst aber auch viel von ihnen.

Bei einigen Freiwilligenstellen wohnen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam in Lebensgemeinschaften. Als Freiwillige*r bist du hier ein Teil der Gemeinschaft. Ihr kocht und esst gemeinsam, unternehmt Aktivitäten und Ausflüge, und du beteiligst dich an der Arbeit in Haus und Garten. Andere Freiwilligenstellen sind in Tageseinrichtungen, zum Beispiel Schulen oder Heimen. Hier assistierst du beim Unterricht oder bei handwerklichen Tätigkeiten.

In anderen Freiwilligenstellen arbeiten Freiwillige auch mit Menschen mit psychischen Krankheiten. Hier organisierst du Freizeitaktivitäten und Gesprächsangebote und unterstützt die Menschen bei ihrer Arbeit in Werkstätten oder im Garten.

Wichtig für dieses Engagement sind Enthusiasmus, Humor, Flexibilität und Geduld. Du brauchst keine bestimmten Vorkenntnisse, unsere Partnerorganisationen führen dich in alle Aufgaben ein.

Menschen mit Behinderungen wurden im Nationalsozialismus ermordet und leiden noch heute unter Diskriminierung. Der ASF-Gründer Lothar Kreyssig protestierte als Jurist gegen diesen Mord. Unser Ziel ist heute, dass Menschen mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten als gleichwertig wahrgenommen und geachtet werden. Dein Engagement ist ein kleiner, aber konkreter Dienst für die Menschen und dieses Ziel.

 

 

Jose arbeitete mit Kindern in einem jüdisch-arabischen Kulturzentrum in Haifa, Israel. Bild: ASF/Helena Schätzle

Als Freiwillige*r kannst du in diesem Tätigkeitsfeld in einem großen Spektrum von Partnerorganisationen mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten: du arbeitest zum Beispiel in Begegnungscafés, Stadtteil-Initiativen und Beratungsstellen, in Frauenhäusern oder in Jugendclubs. In deinem Freiwilligendienst kannst du Geflüchtete, Kinder und Jugendliche unterstützen oder du arbeitest mit drogenabhängigen und obdachlosen Menschen.

Dein Tagesablauf ist also ganz unterschiedlich, in jedem Fall aber abwechslungsreich und voller Begegnungen. Dazu gehören sehr praktische Aufgaben wie die Essensausgabe oder der gemeinsame Gang zu einem Amt. Oder du bietest Freizeit- und Lernaktivitäten an, führst viele Gespräche und bist „einfach da“.

Viele Menschen, die am Rande der Gesellschaft standen, wurden im Nationalsozialismus willkürlich verfolgt, zum Beispiel, weil sie keinen festen Wohnsitz hatten. Auch heute noch werden Menschen diskriminiert, deswegen setzt sich ASF mit Freiwilligendiensten für sozial benachteiligte Menschen ein.

Für die Arbeit mit sozial benachteiligten Menschen solltest du Sensibilität und Verständnis gegenüber Menschen mit anderen Lebensumständen mitbringen. Bist du offen für Begegnungen und viel Abwechslung? Dann kann dich ein solcher Freiwilligendienst sehr bereichern.

Die Freiwillige Helene beim Aufbau einer Fotoausstellung, Gedenkstätte Vught in den Niederlande. Bild: Laura Stöbener

Als Freiwillige*r arbeitest du in Gedenkstätten und Museen, in Forschungsinstituten oder Archiven. Du hilfst bei der Sichtung, Archivierung oder Übersetzung von historischen Akten oder Fotos. Oder du bereitest eine Ausstellung mit vor und betreust Besuchergruppen. Dazu gehört also viel Kontakt und Austausch mit Besucher*innen, aber auch die Büroarbeit.

Die meisten Gedenkorte und Museen setzen sich mit den NS-Verbrechen und den Geschichten der Verfolgten auseinander. Einige Partnerorganisationen vermitteln aber auch den stalinistischen Terror oder die jüdische Geschichte und Kultur oder die Roma-Kultur.

Bist du interessiert an geschichtlichen Themen, am Recherchieren und Kommunizieren? Bist du auch bereit dazu, die alltägliche Büroarbeit zu erledigen und im Team zu arbeiten? Dann bieten sich in diesem Tätigkeitsfeld viele spannende Aufgaben. Gut ist, wenn du Eigeninitiative und Selbständigkeit mitbringst sowie motiviert bist, selbst zu lernen und anderen dein Wissen zu vermitteln.

Besondere Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Nur bei den englisch- und französischsprachigen Freiwilligenstellen werden höhere Ansprüche an die Sprachkenntnisse gestellt. Bei Fragen dazu beraten wir dich gerne.

ASF engagiert sich gegen Queerfeindlichkeit und andere Formen der Menschenfeindlichkeit – wie hier beim Christopher Street Day 2021 in Berlin. Bild: Gundi Abramski

Als Freiwillige*r engagierst du dich in diesem Tätigkeitsfeld bei verschiedenen Partnerorganisationen zu ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Themen: für interkulturelles Lernen, Frieden und Menschenrechte und gegen Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit.

Du kannst in Menschenrechtsorganisationen, Forschungsinstituten oder politischen Initiativen mitarbeiten. Du hilfst bei der Zusammenstellung und Veröffentlichung von Informationen über Rechtsextremismus, Rassismus oder Antisemitismus. Du organisierst Bildungsangebote wie Workshops an Schulen mit oder betreust Infostände bei Veranstaltungen. Manchmal arbeitest du auch an Ausstellungen oder der Organisation einer Konferenz mit.

Im Alltag unterstützt du viel bei Büroarbeiten, bei der Organisation von Veranstaltungen oder du bereitest Räume vor und betreust Besuchsgruppen. Oder du übernimmst Übersetzungen oder schreibst kleinere Texte, du hältst die Website und Social Media aktuell oder bearbeitest Anfragen.

Viele der Partnerorganisationen haben historische Bezüge, wie zum Beispiel zur Geschichte des Nationalsozialismus. Bist du an Geschichte und politischen Themen interessiert? Bist du auch bereit dazu, die alltägliche Büroarbeit zu erledigen und im Team zu arbeiten? Dann bieten sich in diesem Tätigkeitsfeld viele spannende Aufgaben. Gut ist, wenn du Eigeninitiative und Selbständigkeit mitbringst sowie motiviert bist, selbst zu lernen und anderen dein Wissen zu vermitteln.

Besondere Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Nur bei den englisch- und französischsprachigen Freiwilligenstellen werden höhere Ansprüche an die Sprachkenntnisse gestellt. Bei Fragen dazu beraten wir dich gerne.

„In meinem Freiwilligenjahr konnte ich neue Perspektiven gewinnen, mich selbst besser kennenlernen und etwas für andere Menschen und die Erinnerungskultur tun. Im Alltag begegnete ich immer wieder neuen Menschen und kleinen Herausforderungen, an denen ich gewachsen bin. Ich wurde Teil eines Teams mit eigenen Aufgaben und Verantwortung. Das ist eine Erfahrung, die fürs Leben prägt und hilft, welchen Weg du danach einschlägst.“

Luise

2022/2023 ASF-Freiwillige im Jüdischen Museum Belgien in Brüssel

Voraussetzungen

Ein Freiwilligendienst #MitASF steht allen Menschen offen. Nur einige Bedingungen musst du vorher erfüllen. Wir beraten dich dazu gerne. Passt alles? Dann bewirb dich gerne hier.

  • Meldeadresse in Deutschland
    Die meisten ASF-Freiwilligen leisten einen gesetzlich geregelten Dienst. Dafür ist es notwendig, dass du deinen Lebensmittelpunkt und eine Meldeadresse in Deutschland hast. Auch wenn du keine deutsche Staatsbürgerschaft hast, dein Lebensmittelpunkt aber in Deutschland ist, kannst du einen Freiwilligendienst mit ASF leisten.
    Deutsche Staatsbürger*innen, die dauerhaft im Ausland leben, können einen Freiwilligendienst mit ASF nur im internationalen Programm in Deutschland leisten.
  • Wie alt muss ich für einen Freiwilligendienst sein?
    Um einen Freiwilligendienst mit ASF leisten zu können, musst du spätestens zum Dienstbeginn (in der Regel am 1. September) volljährig, also 18 Jahre alt sein. Leider ist es nicht möglich, den Freiwilligendienst mit ASF minderjährig zu beginnen. Wenn du erst nach dem 1. September volljährig wirst, empfehlen wir dir als Überbrückung bis zu deinem Auslandsjahr einen Inlands-Freiwilligendienst (FSJ/Freiwilliges soziales Jahr oder BFD/ Bundesfreiwilligendienst). Bei Fragen dazu beraten wir dich gerne.
  • Brauche ich einen bestimmten Schulabschluss oder Vorkenntnisse?
    Du brauchst keinen besonderen Schul- oder Berufsabschluss. Wir erwarten keine ausgebildeten Fachleute, auch wenn für manche Stellen bestimmte Fähigkeiten notwendig sind. Bist du offen und kontaktfreudig und hast du Lust, neue Lebenswelten und Kulturen kennenzulernen? Dann bringst du viel für einen Freiwilligendienst mit. Wichtig ist dabei, dass du fremden Anschauungen und Lebensweisen respektvoll begegnest.
  • Brauche ich bestimmte Sprachkenntnisse?
    Für die meisten Länder gibt es keine Voraussetzung, die Landessprache bereits zu können. Nur in unseren englisch- und französischsprachigen Partnerländern werden gute Kenntnisse der Landessprache vorausgesetzt.
    Ein Auslandsjahr bietet dir die Möglichkeit, eine neue Sprache zu lernen oder deine Sprachkenntnisse zu vertiefen. In vielen Ländern können sich unsere Freiwilligen auch auf Englisch verständigen. Es ist jedoch ein wichtiges Zeichen von Interesse und Respekt gegenüber den Menschen vor Ort, die Landessprache zu lernen. Dazu solltest du bereit sein und Lust darauf haben. Wir unterstützen dich dabei: Mehr über die Sprachvorbereitung.
  • Ist ein Freiwilligendienst auch für Menschen mit Behinderungen möglich?
    Ein Freiwilligendienst mit ASF sollte für alle offen sein, die sich engagieren wollen. Wir wissen, dass dieser Anspruch in der Praxis an Grenzen stoßen kann. Aber wir bemühen uns, soweit uns das möglich ist, um Lösungen und Angebote auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, mit Behinderungen oder Assistenzbedarf. Wenn du zum Beispiel Rollstuhlfahrer*in oder gehörlos oder auf andere Weise auf Assistenz angewiesen bist, beraten wir dich gern und suchen gemeinsam mit dir nach Möglichkeiten für dein Engagement im Ausland.

Bei Fragen zum Freiwilligendienst und der Bewerbung unterstützt dich:

Karin Schröder

ASF-Infobüro – für allgemeine Anfragen

Mehr Informationen zum Thema

Mittwoch ist das Infobüro nicht besetzt.

Mail: infobuero[at]asf-ev.de
Tel: +49 30 28395-184
Fax: +49 30 28395-135

Was bietet mir ASF? Was ist der Patenkreis?

ASF ist die gute Begleitung vor Ort und ein spannendes Seminarprogramm für die Freiwilligen sehr wichtig. Für die An- und Abreise, Unterkunft, ein Taschengeld, Verpflegung und Versicherungen sorgt ASF. Du zahlst für das Jahr keinen Teilnahmebeitrag, sondern du baust dir einen Patenkreis an Menschen auf, die dich in dem Jahr finanziell unterstützen und begleiten.

Wie unterstützt mich ASF?
Vernetztes Engagement

Mit ASF kannst du dich sozial, politisch und historisch engagieren, wertvolle Erfahrungen im Ausland sammeln und viele wunderbare und interessante Menschen kennenlernen und.

Du gehst nicht allein ins Ausland, sondern wirst Teil einer lebendigen Gruppe engagierter und zumeist junger Leute. Mit ihnen hast du während deines Auslandsjahrs viel Kontakt – auch über Ländergrenzen hinweg.

Mehr Infos findest du im Leitbild für die ASF-Freiwilligenarbeit.

Unterstützung und Begleitung vor Ort vom ASF-Team

Wir begleiten und unterstützen dich bei der Vorbereitung und Durchführung deines Freiwilligendienstes mit landeskundigen Ansprechpersonen. In den meisten Ländern gibt es Landesbeauftragte. Sie unterstützen dich auch bei praktischen Fragen oder Problemen.

Im Berliner ASF-Büro stehen dir die Referent*innen für Freiwilligendienste als Ansprechpersonen zur Seite (alle Kontakte findest du hier).

Spannendes ASF-Seminarprogramm

Alle Freiwilligen von ASF nehmen während des Dienstes an begleitenden Seminaren teil. In unseren Seminaren kannst du dich mit anderen Freiwilligen über deine Erfahrungen im Gastland und in deiner Stelle austauschen und beraten. Darüber hinaus wirst du dich mit vielen interessanten historischen, politischen und sozialen Themen beschäftigen. Zentral sind dabei Fragen rund um die Beziehungen zwischen deinem Gastland und Deutschland und besonders die Frage nach den Auswirkungen und Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen auf das heutige Leben und unsere aktuellen Beziehungen. Ein weiterer Schwerpunkt in unseren Seminaren ist die (familien-)biografische Arbeit, also Recherchen und eine Auseinandersetzung mit Lebensgeschichten. Dabei kannst du auch eigene familienbiografische oder lokalgeschichtliche Forschungen unternehmen.

Hier erfährst du mehr über die Seminare und den Ablauf deines Freiwilligenjahres.

Nachgewiesene Qualität und rechtliche Anerkennung

ASF trägt seit 2004 für die gute Begleitung der Freiwilligen das Gütesiegel QUIFD. Uns sind die gute Begleitung unserer Freiwilligen und ein sinnvolles und nachhaltiges Engagement auf Freiwilligenstellen bei festen Partnerorganisationen sehr wichtig. Dafür gibt es landeskundige ASF-Ansprechpersonen. In einem umfangreichen Seminarprogramm können unsere Freiwilligen sich auf ihr Freiwilligenjahr vorbereiten, es während des Dienstes gemeinsam reflektieren und mehr über die Geschichte und Gegenwart ihres Gastlandes erfahren.

Du kannst mit ASF einen gesetzlich anerkannten Freiwilligendienst machen. Unsere Stellen sind anerkannt für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) oder den Europäischen Solidaritätskorps (ESK). Wenn du einen Rechtsanspruch auf Kindergeld hast, bleibt dieser auch während deines Auslandsjahres erhalten.

Was bietet mir ASF?
Vorbereitung auf das Auslandsjahr

Wir versorgen dich vor deinem Freiwilligendienst mit vielen hilfreichen Informationen zur Vorbereitung und vermitteln Kontakte zu den aktuellen Freiwilligen.

Wir bieten dir zur Vorbereitung die Teilnahme an einer ASF-Gedenkstättenfahrt oder an einem ASF-Sommerlager an.

Wir unterstützen dich bei deiner Sprachvorbereitung mit bis zu 150 Euro.

Reisekosten

Wir übernehmen die Kosten der Anreise in dein Gastland und am Dienstende deiner Rückreise zurück nach Deutschland.

Wir erstatten dir die Reisekosten zu den ASF-Seminaren in deinem Gastland.

Wir unterstützen dich bei der Beantragung von nötigen Visa und erstatten dir Kosten für die Visagebühren.

Unterkunft

Zusammen mit unseren Partner*innen vor Ort stellen wir eine freie Unterkunft (inklusive der Kosten für Heizung und Energie und meistens auch für Internet).

Viele unserer Freiwilligen wohnen in Einzelzimmern in WGs, bei Gastfamilien, in Wohnheimen für Studierende oder direkt in Unterkünften der Partnerorganisation, z.B. in Lebensgemeinschaften. An manchen Orten teilen sich Freiwillige ein Zimmer.

Oft übernehmen die Freiwilligen die Zimmer ihrer Vorgänger*innen – samt vieler hilfreicher Tipps für das Leben vor Ort.

Die Ausstattung der Unterkünfte der Freiwilligen ist meist sehr einfach. Die Wohnungsausstattung beschränkt sich auf das Notwendigste: Bett, Tisch, Regal, Stuhl und eine einfache Küchenausstattung. Nicht in allen Unterkünften sind Waschmaschinen vorhanden, so dass manchmal auch Waschsalons genutzt werden.

Lebensunterhalt

Zusammen mit unseren Partner*innen vor Ort sichern wir für dich das Taschengeld und die Kosten für Verpflegung.

Taschengeld und Verpflegungsgeld orientieren sich an den Kosten vor Ort und erlauben dir ein einfaches unabhängiges Leben.

Versicherungspaket

Wir schließen für dich ein Versicherungspaket ab. Es beinhaltet eine Auslandskrankenversicherung, eine Unfall- und eine Haftpflichtversicherung. Zusätzlich versichern wir dich bei der gesetzlichen Unfallversicherung der berufsgenossenschaftlichen VBG für Unfälle in der Dienstzeit. Damit bist du in deinem Freiwilligenjahr gut abgesichert.

Teilnahme an ASF-Seminaren

Wir begleiten dich in deinem Freiwilligendienst mit einem spannenden Seminarprogramm mit Exkursionen und Workshops. Wir tragen dafür die Kosten für das Programm.

Patenkreis – deine Unterstützung im Freiwilligenjahr
Warum braucht es Patenschaften?

Ein Freiwilligenplatz kostet ca. 22.000 Euro im Jahr. Das umfasst alle ASF-Leistungen für deinen Freiwilligendienst, die durch die Inflation leider weiter stark steigen.

Patenkreise sind ein solidarisches Modell. Wir wollen, dass jede*r sich ein Freiwilligenjahr leisten kann – unabhängig vom finanziellen Background.

In manchen Ländern sind Freiwilligenplätze teurer als in anderen, oder sie werden unterschiedlich gefördert. Doch wir bitten alle Freiwilligen darum, einen Patenkreis aufzubauen, um das ASF-Engagement in allen Ländern möglich zu machen. Wir wollen alle Freiwilligen in allen Ländern gut begleiten und allen unser tolles Seminarprogramm bieten. Diese Qualität und Begleitung kostet.

Mit den Patenschaften können im Schnitt bis zu einem Viertel der Kosten finanziert werden. Für die  restlichen Kosten stellt ASF Anträge, z.B. bei Stiftungen, evangelischen Landeskirchen und Gemeinden. Weitere Anträge stellt ASF beim Bundesfamilienministerium für das Programm Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD) und bei der EU für den Europäischen Solidaritätskorps (ESK).

Was ist ein Patenkreis?

Deine Patinnen*Paten bilden eine Unterstützer*innengruppe für dich. Sie begleiten dich mit Interesse und oft auch mit gutem Rat durchs Freiwilligenjahr und spenden in dieser Zeit Geld an ASF. In der Regel besteht ein Patenkreis aus 20 oder mehr Personen.

Du bleibst mit deinen Patinnen*Paten das Jahr über im Kontakt und berichtest ihnen regelmäßig von deinen Erfahrungen – u.a. mit zwei Berichten. Sie sind nicht nur Spender*innen. Sie erfahren von dir aus erster Hand, was dein freiwilliges Engagement ausmacht, nehmen Anteil daran und tragen das weiter.

Wie hoch ist ein Patenbeitrag?

Dein Patenkreis besteht in der Regel aus 20 Personen, die ASF – und damit dein Freiwilligenjahr – mit jeweils 20 Euro im Monat unterstützen.

Patinnen*Paten können aber auch mehr oder weniger als diesen Betrag spenden. Ziel ist, dass über deinen Patenkreis übers ganze Jahr mindestens 4.800 Euro an Spenden eingeworben werden.

Du kannst deinen Patenkreis flexibel gestalten. Wenn Menschen in deinem Umfeld größere Spenden machen, kannst du auch mit weniger Patinnen*Paten auf diesen Betrag kommen. Oder du findest mehr Menschen, die kleinere Beträge spenden: sie sollten mindestens 10 Euro monatlich beitragen, um zum Patenkreis zu gehören.

Es wäre sogar möglich, dass du die Gesamtsumme auf viel mehr Menschen verteilst. Du kannst z.B. eine Crowdfunding-Aktion starten. In diesem Fall sammelst du die Spenden selbst ein und überweist sie gesammelt an ASF.

Übrigens: Jeder weitere Spendeneuro sichert unsere Freiwilligendienste und Aktivitäten. Sammle daher gerne mehr als die 4.800 Euro.

Was erhalten meine Patinnen*Paten im Freiwilligenjahr?

Du dankst deinen Patinnen*Paten, indem du ihnen zwei Berichte aus deinem Auslandsjahr schickst. Auf Wunsch bekommen alle Patinnen*Paten die ASF-Zeitschrift „zeichen“ und bei Interesse weitere Infos und Einladungen zu ASF-Veranstaltungen. So machen wir unser gemeinsames Engagement einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Können Patenbeiträge steuerlich abgesetzt werden?

Patenbeiträge sind wie alle Spenden grundsätzlich steuerlich absetzbar. Für Spenden ab 50 Euro stellt ASF Spendenbescheinigungen aus, die automatisch zu Anfang des Folgejahres zugesendet werden.

Wie finde ich meinen Patenkreis?

Für dich bedeutet das vielleicht eine Herausforderung: Du musst Menschen ansprechen und sie bitten, dein Engagement zu unterstützen. Aber keine Sorge, die meisten unserer Freiwilligen schaffen das sehr gut. Und es macht sogar Spaß, anderen Menschen von deinem geplanten Freiwilligendienst zu erzählen. Menschen von deinem Vorhaben zu überzeugen, ist eine wichtige Erfahrung, die dir auch später nützen kann.

Sicher findest auch du in deinem Umfeld Menschen, die deinen Freiwilligendienst unterstützen möchten: Verwandte, Freund*innen, Lehrer*innen, manchmal auch ganze Schulklassen, Pfarrer*innen oder Kirchengemeinden, Abgeordnete und Bürgermeister*innen, Sportvereine oder Gruppen, in denen du aktiv bist. Auch über einen Artikel in der Lokalzeitung, Aushänge im Gemeindezentrum oder Nachbarschaftsforen kannst Du Patinnen*Paten gewinnen.

Wie unterstützt mich ASF bei der Suche?

Wir werden dich beim Aufbau deines Patenkreises gut beraten und unterstützen. Mehr Informationen dazu erhältst du auf unserem Info- und Auswahlseminar im Januar. In der Vorbereitung auf dein Auslandsjahr bieten wir außerdem Sprechstunden zur Beratung an. Uns ist wichtig, dass alle Menschen mit ASF einen Freiwilligendienst machen können.

Hier können Patenschaften für einzelne Freiwillige übernommen werden.

Bei Fragen zur Patenschaft unterstützt dich:

Maike Katenkamp

Spenden-Service / IT-Support

Mehr Informationen zum Thema

Mail: katenkamp[at]asf-ev.de
Tel: +49 30 28395-208
Fax: +49 30 28395-135

Szloma-Albam-Stipendium

Das Stipendium unerstützt bis zu vier ASF-Freiwillige in ihrem Freiwilligenjahr, die sich sozial und politisch engagieren und richtet sich vorrangig an jüdische Freiwillige. Mehr Informationen.

Wie laufen Bewerbung und Freiwilligendienst ab?

Wie verläuft ein Freiwilligenjahr und wie kannst du dich auf deinen Freiwilligendienst vorbereiten? Und was sind die nächsten Schritte zu deiner Bewerbung? Das erfährst du hier – danach kannst du dich über unser Online-Bewerbungstool bewerben.

Bewerbung

  • Sommer / Herbst des Vorjahres: Informiere dich über einen Freiwilligendienst #MitASF: Auf Social Media und dieser Website oder bei unseren digitalen Info-Veranstaltungen. Kontaktiere uns gerne direkt – unser Infobüro steht bei allen Fragen gerne bereit.
  • 1. November: In der Regel endet unsere Bewerbungsfrist Anfang November. Manchmal verlängern wir auch die Frist. Informiere dich am besten auf dieser Webseite. Wenn du Probleme mit dem rechtzeitigen Einreichen aller Unterlagen hast, melde dich in unserem Infobüro.
  • Dezember: Nach deiner Bewerbung erhältst du im Dezember eine Nachricht, ob wir dir einen Platz auf einem unserer digitalen Info- und Auswahlseminare anbieten können.
  • Januar: Unsere Info- und Auswahlseminare finden online statt und dauern jeweils drei Tage (Fr. – So.). Gemeinsam können wir hier deine Fragen und Interessen besprechen. So kannst du dich entscheiden, ob ein ASF-Freiwilligendienst für dich passt und welche Wünsche du für bestimmte Tätigkeitsfelder und Länder hast.
  • Februar: Mitte Februar können wir dir eine konkrete Stelle in einem deiner Wunschländer anbieten, oder aber einen Platz auf unserer Warteliste. In den folgenden Wochen bewegt sich erfahrungsgemäß noch viel und wir vermitteln weitere Stellen an Bewerber*innen auf der Warteliste.
  • März: Im März schließen wir einen Dienstvertrag mit dir ab. Dann sollte auch deine Entscheidung für einen Freiwilligendienst sicher und verbindlich sein.

Freiwilligenjahr

  • Sommer: Um gut vorbereitet in dein Freiwilligenjahr zu gehen, lernst du im Sommer die Landessprache (siehe: Sprachvorbereitung) und leistest du ein mindestens zweiwöchiges Praktikum im sozialen Bereich. Optional kannst du auch an einer Gedenkstättenfahrt oder an einem ASF-Sommerlager teilnehmen. Außerdem baust du deinen Patenkreis auf.
  • September: Zu Beginn deines Freiwilligendienstes nimmst du an einem mehrtägigen Ausreiseseminar teil. Du lernst deine Mitfreiwilligen und ASF besser kennen und bereitest dich auf die Themen und Aufgaben im Freiwilligenjahr vor.
  • September: Direkt im Anschluss reist du gemeinsam mit deinen Mitfreiwilligen ins Land aus. Auf den Orientierungstagen setzt ihr euch vertieft mit der Geschichte und Sprache des Landes auseinander und lernt eure ASF-Ansprechperson vor Ort kennen.
  • Während deines Freiwilligenjahres nimmst du mit deinen Mitfreiwilligen an drei Seminaren im Land teil. Hier tauscht ihr eure Erfahrungen aus, erfahrt in Workshops und Exkursionen mehr über das Land und setzt euch mit eurer Familiengeschichte auseinander.
  • Nach deinem Freiwilligenjahr: Zwei bis drei Monate danach findet ein Rückkehrseminar in Deutschland statt. Hier kannst du dich mit Freiwilligen aus anderen Ländern austauschen und erfährst, wo du dich weiter mit ASF engagieren kannst.

Jetzt bewerben

Über unser Online-Bewerbungstool kannst du dich für einen Freiwilligendienst ab September 2025 jetzt bewerben. Für 2024 gibt es noch eine offene Stelle in der Gedenkstätte Oradour-sur-Glane in Frankreich für die du dich direkt bwerben kannst. Bitte lies dir vorher diese Informationen durch, damit du alle Unterlagen parat hast, die du für die Bewerbung brauchst. Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

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