Kirchentag

Viele Gespräche und Begegnungen in Nürnberg

Der Kirchentag ist ein Ort der internationalen Begegnung und für ASF immer wieder ein schöner Anlass mit ehemaligen Freiwilligen, Weggefährt*innen und Unterstützter*innen aus den Kirchen, Politik und Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Nach zahlreichen guten Veranstaltungen und Gesprächen am ASF-Stand auf dem Markt der Möglichkeiten besuchte uns zum Abschluss Annalena Baerbock.

Die Außenministerin besuchte den ASF-Stand auf dem Kirchentag.

Die Außenministerin diskutierte mit den Freiwilligen Ella und Sophie. Ella unterstützte in ihrem Freiwilligendienst Shoah-Überlebende in Chicago. Sophie begleitete Gruppen in unserer Internationalen Jugend- und Begegnungsstätte in Oswieçm. Beide berichteten von den immer noch offenen Wunden der NS-Verfolgung, aber auch vom Vertrauen, dass durch das Engagement vieler Freiwilliger entstanden ist. Annalena Baerbock zeigte sich sehr interessiert an ihren Erfahrungen und betonte die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Brücken.

Das zeigt auch der Bericht von Jakob Stürmann, der sich im ASF-Vorstand engagiert und 2004 auf der damals noch freien Krim als Freiwilliger ehemalige Zwangsarbeiter*innen unterstützte. Heute ist das durch den Krieg gegen die Ukraine nicht mehr möglich. Doch wir halten Kontakt zu den Partner*innen und unterstützen sie mit der Hilfsinitiative BerlinOdessaExpress (mehr dazu weiter unten). Mit ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen sprach die Außenministerin zudem über feministische Außenpolitik und die Bedeutung der Zivilgesellschaft: So engagieren sich ASF-Freiwillige auch in Frauenhäusern und in Bildungsprojekten gegen Frauen- & Queerfeindlichkeit, andere recherchieren zu Frauen, die NS-Verfolgung erleiden mussten, aber auch Widerstand leisteten und bis heute weithin unbekannt sind.

ASF war in Nürnberg zudem mit zahlreichen Helfer*innen und Mitarbeitenden an verschiedenen Orten präsent: So gab es verschiedene Podiumsdiskussionen, Workshops und Zeitzeugengesprächen sowie die Stände von ASF und der Bundearbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus auf dem Markt der Möglichkeiten.

Viele junge und auch ältere Besucher*innen informierten sich über die Möglichkeit mit ASF für ein Jahr oder in einem Sommerlager für zwei Wochen ins Ausland zu gehen und sich für Demokratie, Erinnerung und eine offene Gesellschaft zu engagieren. Unsere Helfer*innen haben selbst vor wenigen Jahren einen Freiwilligendienst geleistet und konnten so aus erster Hand von ihrer Erfahrung berichten.

Die Freiwilligen diskutierten auch mit Vertreter*innen aus Kirche und Politik zu ihren Erfahrungen und ihrem Engagement. So besuchten uns Vertreter*innen der Landeskirchen Bayern, Hessen-Nassau, Württemberg, der Nordkirche, der EKBO, der Mitteldeutschen Kirche, der Reformierten Kirche, sowie der EKD. Aus der Politik kamen zudem die Bundestags-Vizepräsidentinnen Petra Pau und Katrin Göring-Eckardt, die Staatssekretärin Kerstin Griese, der Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein und der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse.

Alle Gäste unterstrichen die Bedeutung von internationalen Freiwilligendiensten. Einige haben selbst ein Auslandsjahr absolviert und kennen viele aktuelle oder ehemalige ASF-Freiwillige aus ihren Landeskirchen. Wir informierten auch über die aktuelle Kampagne „FIJerhalten“, da die Förderung von Freiwilligendiensten von starken Kürzungen bedroht ist. Viele Menschen unterschrieben am Stand eine Petition, die den Bundestag und die Bundesregierung auffordert gerade angesichts der globalen Krisen wie dem Klimawandel oder dem Krieg gegen die Ukraine nicht an internationaler Begegnung und aktiven Friedensdiensten zu sparen. Mehr Informationen dazu hier.

Wie der russische Angriffskrieg unsere Partner und Freiwilligen aus der Ukraine trifft und wie ASF mit der Hilfsinitiative „BerlinOdessaExpress“ Menschen um Odesa, aber auch in der von der Flutkatastrophe gebeutelten Region in Cherson unterstützt, bewegte viele Menschen am Stand. Über 100 Menschen applaudierten dem Shoah-Überlebenden Boris Zabarko nach einem Zeitzeugengespräch. Der Historiker betonte, dass die Begegnung mit ASF-Freiwilligen für viele Überlebende ein neues Verhältnis zu Menschen aus Deutschland eröffnete. Sie erleben nun hochbetagt abermals einen Angriffskrieg auf ihr Land. „Doch dieses Mal ist die Ukraine nicht allein. Wir haben Freunde, die uns helfen – das bedeutet uns sehr viel in dieser Lage.“ In der aktuellen Debatte um die Unterstützung der Ukraine betont ASF, dass es gerade jetzt konkrete Hilfe und volle Solidarität mit dem angegriffenen Land und seinen Menschen braucht. Konkret sammelt ASF Spenden für die nächste Fahrt des „BerlinOdessaExpress“, der demnächst Medikamente und Hygienemittel zu den von der Flut und den Angriffen getroffenen Menschen bringen wird. Mehr Informationen dazu hier.

Wir nehmen viel Unterstützung und Anregungen mit für unsere Arbeit. Viele Interessierte entschlossen sich spontan für ein Sommerlager in den nächsten Monaten oder überlegten, sich bis November für einen Freiwilligendienst im nächsten Jahr zu bewerben. Andere nahmen die Predigthilfen und zeichen mit in ihre Gemeinde. Wir hoffen, viele neue und alte Gesichter bei einem anderen Anlass wiederzusehen.

Eindrücke

Die Außenministerin diskutierte u.a. über die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf die Freiwilligenarbeit von ASF in der Region.
Viele junge Interessierte informierten sich über die Möglichkeit #mit ASF einen Freiwilligendienst oder ein Sommerlager zu machen.
Die ASF-Vorsitzende Ilse Junkermann, Freiwillige und ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen im Gespräch mit der Bischöfin Kirsten Fehrs von der Nordkirche.
Viele Vertreter*innen aus Politik und Kirchen diskutierten am ASF-Stand mit ehemaligen Freiwilligen.

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