Ins Jahr 2026 #mitASF!
Aktualisierung vom 15. Januar: Die angekündigte „Auf Erkundung“ mit einer Führung durch die Sonderausstellung Georg Elser ist leider schon ausgebucht. Ein individueller Besuch der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ist allerdings möglich.
Während manche Freiwillige die Feiertage über nach Hause fahren, bleiben andere im Land und begehen mit Mitfreiwilligen, Kolleg*innen oder neuen Freund*innen die Feiertage und den Jahreswechsel. Dabei lernen sie ganz unterschiedliche Traditionen verschiedener Kulturen und Religionen kennen und für viele ist es auch das erste Mal, in der eigenen Wohnung selbst solche Feste zu gestalten. Ihre Nachfolger*innen wiederum bewerben sich aktuell für rund 120 verschiedene Freiwilligenstellen in 11 Ländern, die sie ab September 2026 antreten werden.
Erzählen Sie gerne im Freundes- und Familienkreis, auf der Arbeit oder in der Gemeinde von der Möglichkeit zu einem zwölfmonatigen Freiwilligendienst im Ausland, sei es aus von Deutschland aus in 10 verschiedene Länder oder aus dem Ausland kommend im internationalen Freiwilligenprogramm von ASF, bei dem Freiwillige in Berlin, Brandenburg/Havel, Hamburg, München/Dachau, Augsburg und Weimar/Buchenwald ihren Friedensdienst absolvieren. Alle Informationen dazu hier: www.asf-ev.de/freiwilligendienst
Am und um den 27. Januar
ASF startet mit einer Reihe von Terminen und Angeboten ins neue Jahr. Am 27. Januar findet am Berliner Gendarmenmarkt der traditionelle Gottesdienst im Gedenken an die im Nationalsozialismus verfolgten Menschen in der Französischen Kirche statt. ASF, die Evangelische Akademie, die Französische Kirche und das Institut Kirche und Judentum laden dazu ein. Am Sonntag, den 25. Januar hält die Stephanus-Stiftung ihren Gottesdienst in der Weißenseer Friedenskirche zusammen mit ASF. Der frühere Bremer Landesbischof und EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms wird in Erinnerung an die NS-Verfolgten predigen. Bundesweit werden außerdem Regionalgruppen sich an lokalen Gedenkaktionen beteiligten und Rundgänge zu Stolpersteinen ausrichten.
Am 29. Januar berichtet Joop Caneel in einem Digitalen ASF-Salon von seiner Familiengeschichte. Als jüdisches Kind musste er getrennt von seinen Eltern unter falscher Identität in den Niederlanden die Shoah überleben. In der Schweiz engagiert er sich heute für die Erinnerung. Zusammen mit der Gamaraal Stiftung berichten wir in diesem Salon außerdem über die Situation von Shoah-Überlebenden in der Schweiz.
Der Deutsche Bundestag richtet am 28. Januar seine Gedenkstunde mit der aus Gdynia stammenden und in den USA lebenden Zeitzeugin Tova Friedman aus, an der auch wieder mehrere ASF-Freiwillige teilnehmen werden im Rahmen der Jugendbegegnung des Bundestages. Verschiedene Freiwillige berichten außerdem von Gedenkorten in verschiedenen Ländern über unsere Social Media-Kanäle, wie dort an die NS-Verbrechen und den Zweiten Weltkrieg erinnert wird.
Um den 27. Januar gibt es auch kulturelle Angebote, die sich mit der Erinnerung auseinandersetzen. Die Komische Oper Berlin widmet am 12. Januar dem „weltberühmten Unbekannten“ Fritz Löhner-Beda einen Konzertabend. Die Hans und Berthold Finkelstein Stiftung unterstützt im Rahmen der Kampagne #WeRemember diese Aufführung, die den seinerzeit hoch erfolgreichen Schriftsteller würdigt, der von den Nazis in Auschwitz-Monowitz ermordet wurde. Unter dem Motto „Wann erhebe ich meine Stimme?“ lädt der Augen auf-Kinotag in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt, Rostock und Stuttgart dazu ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und zu fragen: Was bedeutet sie für uns heute? Im Zentrum des Augen auf-Kinotags steht der vielfach ausgezeichnete Kinder- und Familienfilm DAS GEHEIME STOCKWERK von Norbert Lechner. Daneben gibt es auch eine Filmreihe für Schulklassen. Das von der Stiftung EVZ geförderte Programm finden Sie hier: https://www.augenauf-kinotag.de/abendprogramm.
Bis zum 15. März läuft noch die Fotoausstellung „Searching for Traces of Forced Labour“ im Dokumentationszentrum Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide. Ein Sommerlager hat mit Aufnahmen heutiger Spuren und Assoziationen zur Zwangsarbeit zur Ausstellung beigetragen.
ASF auf Erkundung
Die beliebte Exkursionsreihe in Berlin und Umgebung startet am 23. Januar mit einem Ausstellungsbesuch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Interessierte bekommen eine Führung durch die Sonderausstellung „Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939“. In den kommenden Monaten sind dann u.a. noch Erkundungen ins Haus der Wannseekonferenz, ins Museum Friedrichshain-Kreuzberg (Ausstellung Widerstand und Verfolgung Sinti* und Roma*), nach Köpenick (Erinnerung an den politischen Widerstand und die „Blutwoche“) sowie in den Gedenkstätte für die Kriegsgefangenen des Stalag VIII A bei Görlitz geplant.
Demokratien unter Druck
Zum neuen ASF-Jahresthema findet 2026 die ASF-Jahrestagung in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus am 9. Mai in Berlin statt. Am Tag darauf folgt dann die ASF-Mitgliederversammlung. Ab Frühjahr ist dafür eine Anmeldung möglich. Passend zu diesem Thema erscheint dann auch das nächste ASF-zeichen.
Unterwegs im Sommer und Herbst #mitASF?
Neben den halbtätigen Erkundungen in und um Berlin bietet ASF außerdem regelmäßig mehrtägige Studienreisen in Deutschland sowie nach Paris an. Der Gedenkstättenexperte und frühere ASF-Mitarbeiter Thomas Lutz organisiert die nächste Reise nach Leipzig. Vom 22. bis 25. Oktober geht es um die Geschichte und Kultur der sächsischen Metropole in den letzten zwei Jahrhunderten. Außerdem finden in diesem Sommer wieder die ASF-Sommerlager an verschiedenen Orten in ganz Deutschland, dem Baltikum sowie in Griechenland, Tschechien und Polen statt. Das Programm richtet sich an jüngere wie ältere Erwachsene und wird im Februar veröffentlicht.
Schöne Anlässe mit Freiwilligen
Bestimmte Orte sind besonders eng und lang mit der ASF-Geschichte verbunden. St. Jean in der Normandie ist so ein Ort. Seit fast 50 Jahren schon leben und arbeiten hier ASF- Freiwillige in und mit der Dorfgemeinschaft. Die Region war von den Kämpfen bei der alliierten Landung besonders betroffen. Ganze Ortschaften waren zerstört, ganze Felder mit Munition und Blindgängern verseucht. Die Freiwilligen unterstützen ab den 1970er-Jahren die Bauernhöfe vor Ort und bringen sich in sozialen Einrichtungen ein. Sie leben dafür jedes Jahr bis heute in einem malerischen Weiler. Vom 31. Juli bis zum 2. August 2026 werden 50 ans Volontaires au Bocage begangen. Mehr Infos dazu folgen bald.
Anfang September bereiten sich dann unsere neuen Freiwilligen auf ihren Friedensdienst vor. Am 6. September finden in Berlin und Brandenburg Gottesdienste statt, bei denen die Freiwilligen verabschiedet werden können. Gerne schon vormerken und eine Patenschaft übernehmen!