100 Jahre Erster Weltkrieg

Zeitschrift: zeichen 2 / 2014

„Die Gegenwart neigt dazu, sich einzigartig zu geben“ – so hat es der Theologe Fulbert Steffensky einmal formuliert. Dieser Neigung, die auch eine Art Hilflosigkeit ist, möchte das vorliegende zeichen entgegenwirken.

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Das Erinnern an die Geschichte hat für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste immer schon eine besondere Bedeutung. Nicht um uns von der heutigen Welt abzukehren erinnern wir uns, sondern um uns den heutigen Gefahren mit wachen Augen zuzuwenden.

Im Sommer vor 100 Jahren erklärte zunächst Österreich-Ungarn Serbien und dann wenige Tage später das Deutsche Kaiserreich Russland und Frankreich den Krieg. 40 Nationen beteilig-
ten sich im Verlauf der folgenden Jahre an diesem Krieg, mehr als 17 Millionen Menschen sind getötet worden.

Das Foto unseres Titelblatts stammt aus Melbourne. Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg ist für das Selbstverständnis der ehemals britischen Kolonie Australien von großer Bedeutung. Wie auch in England ist hier die Mohnblume das wichtigste Symbol der Erinnerung.

Unsere Freiwillige am Leo-Baeck-Institute in London, Melina Stainton, setzt sich kritisch mit dieser Tradition auseinander und hat sich schlussendlich dann doch entschlossen, selbst eine Mohnblume anzustecken. Viele unserer Freiwilligen arbeiten in europäischen Nachbarländern, in deren Erinnerungskultur der Erste Weltkrieg einen viel größeren Platz einnimmt als in Deutschland.

Nicht nur in Belgien nennt man ihn den ‘Großen Krieg‘, in dem nicht nur unzählige Soldaten getötet, sondern etwa im ‘Massaker von Dinant‘ durch die deutschen Truppen grausame Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen wurden. Caspar de Boor, Freiwilliger an der nationalen Gedenkstätte in Willebroeck in Belgien, reflektiert über die Gedenkkultur in seinem Gastland. Die Titelzeile unseres Hefts stammt aus seinem Beitrag.

Die jungen Männer, die in diesen umfassenden Krieg zogen, waren im Alter unserer Freiwilligen. Der Beitrag von Franziska Gehann, die als Freiwillige in einem Friedenszentrum in Verdun arbeitet, korrespondiert mit zwei Briefen je eines französischen und eines deutschen Soldaten, die in Verdun getötet wurden. Unser Freiwilliger in den Niederlanden, Jakob Güntter, liest Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ und sucht nach Gemeinsamkeiten mit dem Protagonisten des Buches Paul Bäumer. Illustriert haben wir diesen Thementeil mit Auszügen der Graphic Novel „Tagebuch 14 / 18 – Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich“. Dieses deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt zeigt die Kriegsjahre aus der Perspektive vier junger Menschen aus Frankreich und Deutschland. Die eindrücklichen Bilder zeigen, wie die anfängliche Kriegsbegeisterung angesichts der Realität auf den Schlachtfeldern schnell in Ernüchterung umschlug und das Weltbild der jungen Leute nachhaltig erschütterte.

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