- Jahrestagung ,
- Jahresthema ,
- Klare Kante gegen Rechts
Ein Tag, der Mut macht
„Freundlich bleiben, ein Mensch bleiben und gerade deswegen aber klare Kante gegen rechtsextremen Hass zeigen – das ist bei mir zu Hause in Sachsen nicht einfach. Manchmal fühlt man sich schon in der Minderheit. Aber ich versuche es jeden Tag wieder. Und meine Musik an einem Abend mit so vielen Menschen wie euch hier, hilft dabei!“ Mit diesen Worten und vor allem mit seiner Musik beendete Sebastian Krumbiegel den Tag. Ein Tag voller Beispiele für Engagement, aber auch voller Einblicke über den aktuellen Rechtsruck in vielen europäischen Ländern. Dennoch machte dieses Zusammenkommen Mut, sich täglich einzusetzen.
Von diesem alltäglichen Engagement gegen viele Widerstände berichtete im Auftaktpanel Max Schneller, der sich bereits mit 16 Jahren bei einer Demonstration von Coronaleugner*innen das offene Mikrofon schnappte und dem rechtsextremen Verschwörungsgeraune mutig widersprach. Die ZEIT-Journalistin Anastasia Tikhomirova analysierte dabei wie russische Bots gezielt demokratische Diskurse in Europa vergiften, um Misstrauen gegenüber der Demokratie zu schüren und sich dabei rechtsextreme, islamistische und linksautoritäre Krisenprofiteure wechselseitig verstärken. Claudia Jetter blickte dabei auch auf transatlantische Allianzen von evangelikal-rechtsextremen Allianzen in die USA. Kirchen und Glaubensfragen werden dafür gezielt instrumentalisiert. Der Rechtstruck äußert sich in Angriffen auf die Kirchen, führt aber auch zu rechtsextremen Tendenzen in einigen Kirchengemeinden, wie Susanne Brandes aus Sachsen-Anhalt beobachtet. Umso wichtiger ist gezielte Aufklärung und Intervention, wie sie die Mitgliedsverbände der BAG K+R bundesweit in beiden Kirchen leisten.
Ehemalige Freiwillige und eine Mitarbeiterin von ASF erzählten über kurze Momente, die sie bis heute in ihrem Engagement für Demokratie und Solidarität prägen – die Freiwilligenzeit war dabei immer besonders wichtig: Katharina Stolla arbeitet heute mit Jugendlichen, über die in unserer Gesellschaft viel hinweg gesprochen wird, die aber selten gehört werden. Das führt sie bis zu ihrem Freiwilligendienst an einer belgischen Gedenkstätte zurück, wo sie sich mit historischen Vorurteilen und Verfolgung auseinandersetzte. Till Ewald berichtete von einer Begegnung mit einem Shoah-Überlebenden in Israel, der ihm diese Bitte aufgab: „Zeigt, dass wir anders sind, als die Vorurteile über die Juden.“ Das motiviert ihn bis heute in seinem Einsatz gegen Antisemitismus. Estefania Casajus ist Freiwilligenreferentin bei ASF. Ehrenamtlich engagiert sie sich für Geflüchtete Rom*nja, dass ASF ebenfalls mit Rom*nja-Gruppen zur Erinnerung an den NS-Völkermord arbeitet, schließt für sie persönlich einen Kreis.
In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilenehmenden zu vielen Facetten auf ganz unterschiedlichen Wegen: von der Repression in Belarus, türkischem Rechtsextremismus, rechter Jugendgewalt, der Bildungsarbeit am Anne Frank Haus, Frauen in antifeministischen Bewegungen bis hin zu einem sehr kreativen Workshop zu „Shared Values, Shares Actions“ und der sozialen Kraft des Engagements für ukrainische Geflüchtete in Polen. Auch der historische Stadtspaziergang, in diesem Jahr zur Arbeiterbewegung und NS-Verfolgung im Berliner Stadtteil Wedding wurde wieder sehr gut angenommen.
Die Jahrestagung als zentrales Treffen von Mitgliedern, Freiwilligen und Engagierten bringt immer wieder viele Menschen aus verschiedenen Generationen, Ländern und Kontexten zusammen. In diesem Jahr fand die Veranstaltung zum ersten Mal als gemeinsames Forum von ASF und den Mitgliedsverbänden der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) statt. Gerade jetzt ist es wichtig, dass sich möglichst viele Engagierte vernetzen und stärken über verschiedene Bereiche der Gesellschaft hinweg. Kirchen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Denn der Rechtsruck verschärft sich weiter, Attacken auf die demokratische Zivilgesellschaft nehmen zu, immer öfter werden Menschen bedroht und gewalttätig angegangen, wie zuletzt der Angriff auf die Wohnung eines engagierten Pfarrers in Cottbus zeigt. Zugleich wird die öffentliche Förderung demokratischer Initiativen und die politische Arbeit der Zivilgesellschaft immer unsicherer, etwa der angekündigte Umbau des Förderprogramms „Demokratie leben!“ des Bundes. Hierüber werden auch die BAG K+R und der ASF-Arbeitsbereich „Geschichten in der Migrationsgesellschaft“ gefördert.
Weltweit etablieren sich autoritäre Regime, gewinnen rechtsextreme Parteien in Umfragen und Wahlen, trotz offensichtlicher Parteiquerelen und Korruption. Die aktuellen Krisen bedrohen nach innen wie außen Frieden und Zusammenhalt. Demokratien stehen auf allen Ebenen unter Druck. Allerdings gibt es überall auch Hoffnungszeichen: Der …
Eine Kooperation von ASF und BAG K+R

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Dieses Vorhaben wurde mit einer Ko-Finanzierung durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union realisiert.
Kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autor*innen und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
Eindrücke