Wärme, Licht, Zusammenhalt im vierten Kriegswinter

Die Situation ist in der Ukraine im vierten Kriegswinter angespannter als je zuvor. ASF und BerlinOdessaExpress haben einen weiteren Hilfstransport nach Odesa gebracht. Nach immer neuen Angriffen fallen dort regelmäßig Strom und Heizung aus. Die gelieferten Generatoren und Medikamente werden dringend gebraucht, aber auch die persönliche Begegnung und zahlreiche Weihnachtspäckchen sind in dieser Zeit eine wertvolle Form der Unterstützung.

Ein weißer Lieferwagen mit geöffneter Tür und Schild BerlinOdessaExpress in einer Berliner Straße.
Der BerlinOdessaExpress vor Tourstart in Berlin im Dezember 2025

„Wir sind für jede Hilfe dankbar, gerade jetzt, wo die Lage so kritisch ist. Ihr unterstützt uns immer weiter und kommt persönlich zu uns nach Odesa, das gibt uns die Kraft, selbst anderen zu helfen.“ So beschreibt es eine Partnerin, die wir in der NGO Winds of Change treffen. Dabei leisten sie und ihr Team trotz widrigster Bedingungen alles Menschenmögliche, um den Schwächsten im Krieg beizustehen.

Nach gut 24 Stunden und einer schneereichen Nachtfahrt hatten wir zuvor Odesa am Mittag erreicht. Die Großstadt am Schwarzen Meer leidet wie weite Teile des Landes unter immer längeren Abschaltungen und Ausfällen von Strom, Wasser und der Wärmeversorgung. Nacht für Nacht greift Russland ganz gezielt Kraftwerke, Wohnviertel und andere Versorgungseinrichtungen wie Krankenhäuser an. Winds of Change fährt in solchen dunklen Stunden mit mobilen Krisenteams zu den ausgebombten Menschen, um sie mit dem Notwendigsten zu versorgen und erste Seelsorge zu leisten sowie sie bei Anträgen und Notunterkünften zu unterstützen.

Darüber hinaus unterhält die NGO Familien- und Sozialzentren, wo sie auch längerfristig die vom Krieg besonders betroffenen Gruppen wie Familien oder ältere und ärmere Menschen mit Therapie, Bildungs- und Betreuungsangeboten stärkt. „Jedes Kind hat doch ein Recht auf eine geschützte und sorglose Kindheit. Wir tun alles, was hier möglich ist, um die Kinder trotz dieser Bedingungen zu stärken“, erklärt uns eine Therapeutin beim Besuch des Familienzentrums. Zusammen mit der NGO Be An Angel haben wir wieder zahlreiche Weihnachtspäckchen, Schlafsäcke und warme Kleidung besorgt und verteilen sie bei einer Weihnachtsfeier an Kinder, die ein oder beide Elternteile im Krieg verloren haben. Manche Kinder freuen sich, wirken unbeschwert, andere sind zurückhaltend und in sich gekehrt. Alle leiden unter den täglichen Luftangriffen und den Verlusten, die der Krieg in die Familien schlägt.

Dieses Familienzentrum ist ein Ort, wo den Familien geholfen wird, der geschützt im Souterrain Platz für Begegnung, Spiel und Erholung schafft. Damit solche sicheren Orte auch in Phasen der Stromausfälle weiter hell und warm bleiben, liefern wir sechs Generatoren mit Unterstützung von ASF und der Firma ELMAG. Eines der Großgeräte geht zudem an Ambulance of Kids in Kyiv, die schwer verletzte oder erkrankte Kinder versorgen und spezielle Krankentransporte und der Evakuierung übernehmen. Die NGO Litte Sunshine stellte zudem zahlreiche Solalampen mit integrierten Powerbanks zur Überbrückung der Ausfälle.

Mithilfe von ASF und Apotheker ohne Grenzen konnten wir außerdem ein Kinderkrankenhaus und NS-Verfolgte in Odesa, Sdolbuniv und Perejaslaw mit Medikamenten beliefern: Schmerz- und Beruhigungsmittel, aber auch Mittel zur Versorgung von Erkältungskrankheiten – nach den schlaflosen und kalten Nächten dringend benötigt. Angesichts der Streichungen der US-Entwicklungshilfe durch die Trump-Administration ist unsere Hilfe bei der Medikamentenversorgung auch in relativ kleinem Maßstab umso wichtiger geworden.

ASF und der BerlinOdessaExpress werden 2026 noch enger zusammenarbeiten, um diese humanitäre Nothilfe als eine besonders wirksame Form eines Friedensdienstes weiter zu leisten und über diesen Weg den Kontakt zu den ukrainischen Partnerorganisationen und all den Menschen, denen sie helfen, am Leben zu halten.

Eindrücke von der Fahrt nach Odesa

An der polnisch-ukrainischen Grenze in der Nacht
Nach einer verschneiten Nachtfahrt und rund 24 Stunden konnte die Lieferung sicher überbracht werden.
Neben Generatoren wurden wieder Medikamente für ein Kinderkrankenhaus, NS-Verfolgte und weitere Sozialprojekte geliefert.
BerlinOdessaExpress und Be An Angel schickten viele Päckchen, die hier an Kriegswaise verteilt werden.

Die Anfahrt dauerte rund 24 Stunden. Das Team besuchte mehrere Partnerorganisationen und konnte einen Teil der Lieferung persönlich übergeben.