Wir müssen unseren Kindern die Geschichte der Sinti und Roma erzählen

Neuköllner Stadtteilmütter auf den Spuren der NS-Geschichte

Die Neuköllner Stadtteilmütter haben sich intensiv mit der Verfolgung von Sint*ezze und Rom*nja beschäftigt, mit dem Ziel, dem alltäglichen Rassismus in der Gegenwart entgegentreten zu können. Das bedeutet auch, mit Betroffenen direkt ins Gespräch zu kommen, nicht übereinander zu reden, sondern miteinander.

Vier Frauen stehen an einem Gedenkort. Sie sind Teil eines Projekts der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.
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In dem Projekt »Stadtteilmütter auf den Spuren der Geschichte« haben sich seit 2015 in vier Seminarreihen, drei Schreibwerkstätten und zwei Begegnungsprogrammen 50 Neuköllner Stadtteilmütter mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf der Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung von Sint*ezze und Rom*nja und aktuellem Rassismus, der sich gegen Angehörige der Minderheit richtet. Wie in der Mehrheitsgesellschaft, so ist auch in den migrantischen Communitys wenig über die Geschichte der Sint*ezze und Rom*nja bekannt. Wir stoßen bei den Stadtteilmüttern auf ein großes Interesse, mehr über die Verfolgung und den Völkermord zu erfahren. Denn die Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen wirken bis heute nach. Überlebende erfuhren eine zweite Verfolgung nach 1945, ihr Leid hatte in der deutschen Gesellschaft keinen Platz, ihre Geschichten wurden nicht gehört. In moderierten Begegnungsprogrammen für Neuköllner Romnja und Stadtteilmütter beschäftigten die Frauen sich mit ihren Biografien, Fremdzuschreibungen und eigenen Rassismuserfahrungen.