Predigthilfe zum Israelsonntag
Predigthilfe 2026
ASF musste nach dem 7. Oktober 2023 schweren Herzens die Freiwilligen aus Israel aufgrund des Krieges zurückrufen. Erst im Herbst vergangenen Jahres konnten wieder zwei ASF-Freiwillige ins Land kommen, wo sie Shoah-Überlebende begleiteten und sich in der Gedenkstätte Yad Vashem und einem historischen Institut für die Erinnerung engagierten. Daniel und Merlin besuchten im Rahmen eines Seminars auch die Orte am Rande des Gazastreifens, die so sehr von der Gewalt getroffen wurden (s. Seite 30). In Nir Oz trafen sie auf Menschen, die sich weiter für die Erinnerung an diese Gewalt und zugleich für ein friedliches Zusammenleben und den Wiederaufbau der zerstörten Gemeinden auf beiden Seiten des Grenzzauns einsetzen – gerade jetzt. Daniel und Merlin berichten davon, wie schmerzhaft und schwierig das Erinnern und Weitermachen ist und bleiben wird.
Marie Hecke schreibt in ihrer Predigt zum diesjährigen Israelsonntag, dass es nun von uns, deren Leben in den meisten Fällen so entfernt von diesem gewaltvollen Leid verläuft, wirkliche Empathie braucht: sich auf das Leid einlassen, mitfühlen, alle Menschen in diesem Konflikt hören, gerade die Schwächsten. Nicht aber Besserwisserei und vorschnelle Bewertung von außen. Wie einseitig aufgeladen und deshalb destruktiv viele Debatten (nicht erst, aber nochmals verschärft) seit dem 7. Oktober verlaufen, zeigt Monty Ott in seinem Beitrag auf und fordert stattdessen eine Solidarität, die sowohl antisemitischen wie rassistischen Hass in den Blick nimmt. Maja Sojref analysiert in ihrem Artikel, wie Rechtsextreme mit einer falschen Israelsolidarität versuchen, von eigenem Antisemitismus abzulenken und für ihre menschenverachtende Agenda zu instrumentalisieren. Auch sie fordert dazu auf, sich gerade in der aktuellen Situation für die Zivilgesellschaft im Land einzusetzen, die von innen wie außen unter so großem Druck steht und dennoch dafür kämpft, dass Israel ein demokratisches und vielfältiges Land für alle Bürger*innen bleibt.
Wir hoffen weiterhin auf eine bessere Zukunft für alle Menschen in der Region, die nur in einem gerechten Frieden dauerhaft zusammenleben können. ASF setzt sich deswegen für den Austausch mit den Menschen in Israel ein. Leider mussten wir aufgrund des Krieges mit dem Iran wieder unsere Freiwilligen vorerst zurückrufen. Doch wir halten den Kontakt mit der israelischen Zivilgesellschaft, wie bei den regelmäßigen Treffen von Shoah-Überlebenden und ihren Angehörigen oder jüdisch-arabischen Dialogveranstaltungen in unserer Jerusalemer Begegnungsstätte Beit Ben Yehuda.