Gottesdienst in der Evangelischen Versöhnungskirche

Zum 83. Todestag von Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst

Gottesdienst in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau mit Liveübertragung im Deutschlandfunk zum 83. Todestag von Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst mit einem Gebet für die Ukraine zum 4. Jahrestag des russischen Überfalls unter Beteiligung der ASF-Freiwilligen Khrystyna.

Junge Frau an einem Bild vor Publikum.
Die ASF-Freiwillige Khrystyna aus der Ukraine engagiert sich für die Begegnungsarbeit in der Versöhnungskirche Dachau.

Am 22. Februar 1943 ermordete die NS-Justiz im Gefängnis München-Stadelheim unmittelbar hintereinander mit dem Fallbeil Sophie Scholl (21), Hans Scholl (24) und Christoph Probst (23). Die drei jungen Erwachsenen gehörten zum Kern des studentischen Widerstandskreises Weiße Rose, der ab Sommer 1942 mit Flugblättern und anderen Aktionen zum Sturz des NS-Regimes aufrief.

Die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau erinnert zum 83. Todestag an ihren mutigen Widerstand und lässt sie gewissermaßen selbst zu Wort kommen. Die aus dem Bayerischen Rundfunk bekannte Sprecherin Julia Cortis liest aus ihren Briefen. Die junge Sängerin Helena Huber trägt Lieder vor, die für Sophie Scholl von besonderer Bedeutung waren, begleitet von Franz Wich. Die Predigt übernimmt an diesem ersten Sonntag in der Passionszeit Thomas Prieto Peral, Regionalbischof im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die liturgische Leitung liegt bei Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Versöhnungskirche. Katharina Versluis-Probst, Enkeltochter von Christoph Probst, reist aus den Niederlanden an und spricht über sein Vermächtnis für die Familie. Marlene Anwender (18), Schülerin des Münchner Sophie-Scholl-Gymnasiums, sagt, was die Namensgeberin ihrer Schule heute für sie bedeutet.

Im Fürbittengebet denkt Khrystyna Maksymliuk (21), Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) an der Versöhnungskirche, an den ukrainischen KZ-Dachau-Überlebenden Vasyl Volodko (101) und an alle Menschen in ihrer Heimat. Seit vier Jahren leidet die Ukraine unter dem vom russischen Diktator Putin befohlenen mörderischen Angriffskrieg. Schon die Weiße Rose hatte im fünften Flugblatt den „Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten“ und ein Ende des „imperialistischen Machtgedankens“ gefordert.

Der vollumfängliche Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine dauert nun schon mehr als vier Jahre an. Die Bilder und Berichte, die uns in diesen Tagen aus der Ukraine erreichen, sind zutiefst erschütternd. Gezielte Angriffe auf die Energieversorgung führen neben den menschlichen Verlusten zu unerträglichen Zuständen. ASF beteiligt sich weiter am Hilfsnetzwerk für NS-Verfolgte in der Ukraine, insbesondere über den BerlinOdessaExpress. Die Initiative organisierte 2025 drei Hilfstransporte in den Südosten der Ukraine. Neben Medikamenten, Energietechnik, Hygienemitteln und Schutzkleidung konnten zwei Feuerlöschfahrzeuge, ein Fahrzeug zur Evakuierung/Krankentransport sowie ein Gruppenfahrzeug für die Seelsorge/Erstversorgung nach Luftangriffen überbracht werden. Unterstützt werden Überlebende der Shoah und NS-Zwangsarbeit, Binnengeflüchtete und ausgebombte Familien sowie humanitäre Projekte und Krankenhäuser vor Ort.

Wegen des andauernden Krieges kann ASF keine Freiwilligen in die Ukraine entsenden. Die ASF-Programme in Deutschland und Polen und die ASF-Sommerlager bieten Möglichkeiten für Begegnung und Austausch. Junge Menschen aus der Ukraine sind dazu herzlich eingeladen.

Der Gottesdienst wird von 10.05 Uhr bis 11.00 Uhr live vom Deutschlandfunk (DLF) übertragen.

Hier zur Übertragung.

Jeden Sonntag hören etwa 390.000 Menschen den DLF-Radiogottesdienst, am 22. Februar wird unter ihnen Vincent Probst (84) in Hamburg sein, der zweite Sohn von Christoph Probst, seine beiden Geschwister sind bereits verstorben.

Vor Ort wird der Gottesdienst mit einer Abendmahlsfeier fortgesetzt. Die Kollekte wird für ASF erbeten.

Der Gottesdienst kann später auch nachgehört werden.

Die Evangelische Versöhnungskirche wurde 1967 auf dem einstigen Areal des Konzentrationslagers Dachau als zentrale Gedenkkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht.