“Sie schicken Drohnen. Wir die Feuerwehr.”

Tagtäglich machen in Cherson nahe der Front Artillerie und Drohnen Jagd auf die Zivilbevölkerung. Die Angriffe treffen die Schwächsten: Arme und ältere Menschen, die ihre Häuser auf den Dörfern nicht verlassen können oder wollen. Die Initiative BerlinOdessExpress sammelt nun Spenden für zwei Rettungsfahrzeuge.

Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten.
Der Zivilschutz rettet auch unter Beschuss Menschen in Cherson, Ukraine.

Trotz des Abzuges der russischen Besatzungstruppen vom rechten Ufer des Dnipro ist die humanitäre Situation in der Region Cherson äußerst angespannt. Die immensen Bau- und Umweltschäden nach der Flutkatastrophe, die auf eine russische Sprengung eines Großstaudamms am riesigen Strom folgte, sind immer noch nicht bewältigt. Und täglich greifen die russischen Truppen von der linken Uferseite mit Artillerie und Drohnen an. Sie greifen dabei ganz gezielt die verbliebene Zivilbevölkerung an. Mit Minidrohnen wird gezielt Jagd auf die Menschen bei ihren täglichen Alltagswegen gemacht. Mit größeren Drohnen werden außerdem Wohnhäuser und die Gemeindeinfrastruktur zerstört.

Der Zivilschutz und mutige Ehrenamtliche unterstützen diese Menschen mit dem Lebensnotwendigen. Und sie retten nach Angriffen. Löschen die Brände, suchen Verschüttete und helfen den Überlebenden in der Notlage, wenn das eigene Haus schlagartig durch einen Angriff unbewohnbar wurde, Angehörige verwundet oder umgekommen sind: seelsorgerisch, aber auch mit Anträgen, bei der Suche nach einer neuen Bleibe, Betreuung für die Kinder. Aber auch mittelfristig unterstützen Partnerorganisationen wie Winds of Changes die Betroffenen, so gut wie möglich die Kriegssituation zu bewältigen. Sie kommt mit mobilen Therapie- und Entspannungsangeboten in die frontnahen Gebieten zu Familien, die unter dem Dauerbeschuss leiden. Neben persönlicher Therapie und praktischer Beratung geht es in gemeinsamen Auszeiten mit den Kindern und Eltern aber auch um Momente des Spielens und Spaßes für die Kinder, die sonst viel Zeit ohne andere Kinder in geschützten Räumen verbringen müssen.

Die von ASF-Freiwilligen und Mitarbeitenden mitgegründete Hilfsinitiative BerlinOdessaExpress ruft zu Spenden für zwei Feuerlöschfahrzeuge mitsamt Ausstattung auf. Sie werden vom Zivilschutz dringend für diese Nothilfe gebraucht. Wie immer wurde der Bedarf und die technischen Details eng mit den Partnerorganisationen vor Ort abgestimmt. Die Wagen werden direkt übergeben. Der BerlinOdessaexpress arbeitet rein ehrenamtlich, alle Spenden fließen direkt in die Hilfslieferungen.

Jeder Beitrag hilft, um Menschen zu retten.

Eindrücke: Unterwegs von Berlin bis Odessa

Unsere Partner leisten Notfallhilfe und Seelsorge direkt nach Angriffen. Bild: Winds of Change
Die zwei Feuerlöschfahrzeuge sind voll funktionsfähig und ausgestattet.
Übergabe von Generatoren im Familienzentrum von "Winds of Change"
Alle Güter werden registriert, bevor sie persönlich an Krankenhäuser, Familienzentren, Zivilschutz und ältere NS-Verfolgte verteilt werden.
Zwei Katastrophenschutz-Fahrzeuge voll bepackt wurden nach Odesa geliefert.
Das Fahrerteam vom BerlinOdessaExpress und die Partner*innen von Winds of Change in Odessa.
Nächtliche Pause auf halber Strecke. Auch in dieser Nacht wurden während des Transports Städte in der Westukraine angegriffen.
Auf der Strecke vor Odesa.

Wenige Tage nach der russischen Vollinvasion war der BerlinOdessaExpress gegründet mit den ersten Hilfsgütern unterwegs. Seitdem gab es in verschiedenen Kooperationen Hilfslieferungen, Transporte von Kriegsgeflüchteten, LKW-Transporte sowie die Überbringung von Rettungsfahrzeugen.