- ASF-Weggefährt*innen
Mit klarer Stimme für ein lebendiges Erinnern
Ellen Wagner hat sich Zeit ihres Lebens mit einem wachen Blick und ihrer klaren Stimme für ein lebendiges Erinnern eingesetzt, das nicht Selbstzweck war, sondern durch ein kritisches Hinterfragen der Verortung und Verantwortungsübernahme in dieser Welt diente.
Mit ihrem evangelisch gegründeten Bekenntnis zu einem entschiedenen „Nie wieder!“ brachte sie sich an vielen Stellen tatkräftig und verbindend ein:
Bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V. engagierte sie sich als aktives Mitglied. Auf Jahresversammlungen diskutierte sie mit großer Leidenschaft und bleibt uns als ebenso streitbar, wie tolerant und konsensorientiert in Erinnerung. Sie leitete Mitgliederversammlungen und begleitete die Freiwilligen bei ihrer Aussendung und unterstützte sie mit Patenschaften.
Als Mitgründerin und Vorstandsmitglied der ersten Stunde prägte sie von 2018 an den Verein Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem e. V. Im Verein sowie als langjährige Vorsitzende des Dahlemer Gemeindekirchenrats lagen wichtige erinnerungspolitische Weichenstellungen in ihrer Verantwortung. Sie trug dazu bei, dass die Erinnerungsarbeit als integraler Bestandteil kirchlicher Arbeit etabliert und gesichert wurde.
Für Ellen verband sich der Blick in die Vergangenheit immer mit der Verantwortung für die Gegenwart. Ihr war glasklar, dass Kirchen, dass Christinnen und Christen sich praktisch und politisch für Menschen in Not einzusetzen haben. Davon zeugt ihr Einsatz für geflüchtete Menschen und für das Kirchenasyl.
Ihr kluger Rat und ihr Weitblick, ihr Mut und ihre Widerständigkeit, ihre Zuversicht und Herzenswärme werden uns fehlen. Wir haben Ellen Wagner viel zu verdanken.
Katja von Damaros, Vorstandsvorsitzende, Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem e. V.
Matteo Schürenberg, Stellvertretender Geschäftsführer, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V.