- Kirchentag ,
- Klare Kante gegen Rechts
Katholikentag: Wir müssen uns einmischen!
„Als Auftrag an Christinnen und Christen, nicht hinter Kirchentüren zu verschwinden“, hatte schon die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, zum Auftakt des großen Laientreffens gesagt. „Hab Mut steh auf! Das heißt: Wir müssen uns einmischen! Eine Kirche, die sich zur Menschenwürde, zur Solidarität, zu konkretem Handeln in der Not der Zeit bekennt, ist eine politische Kirche“, betonte sie.
So verstehen auch ASF und die BAG K+R ihre Arbeit mit zahlreichen evangelischen wie katholischen Organisationen und Initiativen aus der Zivilgesellschaft, um aus den Kirchen heraus in die Gesellschaft hinein sich dem aktuellen Rechtsruck zu stellen und sich für eine lebendige Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen.
In Gesprächen mit Bundesministerin Karin Prien und der Parlamentarischen Staatssekretärin Mareike Wulf ging es um die praktische Arbeit in den geförderten Projektfeldern zur Rechtsextremismusprävention und zum intersektionalen Lernen in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Dabei hob die Ministerin die Wichtigkeit freiwilligen Engagements und internationaler Kooperation hervor angesichts der vielfachen Krisen in verschiedenen europäischen Gesellschaften.
Zudem besuchten die EKD-Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs, die Staatssekretärin Kerstin Griese sowie der ehemalige Bundesminister Hubertus Heil den Stand von ASF und BAG K+R. Auf zwei Panels diskutierte außerdem die ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen mit der Europaabgeordneten Katarina Barley, Lisi Maier (Bundesstiftung Gleichstellung), Josephine Ballon (HateAid), Anna Klüsener (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf dazu, wie Antifeminismus Diskursräume verengt, um Frauen sprachlos und unsichtbar zu machen und ein reaktionäres Familien- und Gesellschaftsbild zu etablieren. Auf weiteren Gesprächsrunden und Workshops ging es zudem um die rechtsextreme Vereinnahmung des Heimatbegriffs, ehrenamtlich getragene Demokratiebildung sowie ein Streitgespräch zur politischen Rolle von Kirche.
Katholikentage sind Großereignisse mit über 175-jähriger Tradition. Sie finden alle zwei Jahre statt – jeweils in einer anderen Stadt. Für fünf Tage kommen viele Katholik*innen und Gläubige aller Konfessionen und vieler Religionen aus Deutschland, Europa und der Welt zusammen, um gemeinsam zu beten, zu diskutieren und zu feiern. Gottesdienste, große und kleine Podien, Werkstätten, Konzerte, Ausstellungen, Theater und vieles mehr erwarten die Besucher*innen. Nach Würzburg freuen wir uns schon auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf im kommenden Jahr.
Mit der BAG K+R, in der kirchliche Organisationen beider Kirchen sowie andere Religionsgemeinschaften und weltliche Initiativen zusammenarbeiten, führt ASF eine wichtige ökumenische und interreligiöse Tradition bis heute fort, die bereits seit den frühen ökumenischen Baueinsätzen in den Kirchenruinen Magdeburgs, dem Synagogenbau von Lyon-Villeurbanne und Bauprojekten in Taizé besteht und gerade die Sühnezeichen-Arbeit in der DDR und im östlichen Europa prägte.
Eindrücke
Zahlreiche Begegnungen und Diskussionen auf dem Katholikentag in Würzburg.