Hilfe, die ankommt und gebraucht wird

Geliefert und schon am nächsten Tag im Einsatz, um Leben zu retten. Die Hilfsinitiative BerlinOdessaExpress hat zwei Feuerlöschfahrzeuge in den Südosten der Ukraine gespendet. Hier in Cherson braucht der Zivilschutz diese Unterstützung bitternötig. Denn tagtäglich werden die Menschen von Drohnen angegriffen und auch oftmals die Retter*innen, die ihnen zu Hilfe kommen. Und vor dem nächsten Kriegswinter wird bereits ein neuer Transport vorbereitet.

 

Menschen stehen vor zwei Feuerwehrfahrzeugen.
Das Fahrerteam und Unterstützer von BerlinOdessaExpress und Be an Angel

Auf Vermittlung der Partnerorganisation Winds of Changes wandte sich der Zivilschutz der Region Cherson im Sommer an den BerlinOdessaExpress. Innerhalb weniger Wochen konnte der Bedarf und die konkreten technischen Details geklärt und aus kommunalen Beständen zwei gebrauchte Fahrzeuge in gutem Zustand günstig erworben werden. In Deutschland gibt es zahlreiche Gebrauchtwagen von Feuerwehren und technischen Hilfsdiensten, so dass es sinnvoll ist, hier die Wagen zu erstehen und den weiten Weg in die Ukraine für die Übergabe in Kauf zu nehmen. Die Fahrzeuge waren mit Tempo 90 auf den gut 1.700 Kilometern von Berlin über Polen bis in die Ukraine unterwegs. Feuerwehrleute aus Dänemark übernahmen diese Überführung ehrenamtlich. Die Hilfsorganisationen Be An Angel und Ambulance for Kids halfen mit ihren Kontakten. Ukrainische Feuerwehrleute boten in ihren Wachen Schlafgelegenheiten für die Übernachtungen.

Die Hilfe wurde sofort angenommen. Schon am nächsten Tag war einer der Wagen umgehend im Einsatz. Denn die Region Cherson wird tagtäglich von russischer Artillerie und Drohnen angegriffen. Ganz gezielt wird die Zivilbevölkerung attackiert, die nach der Befreiung der zuvor russisch besetzten Gebieten westlich des Flusses Dnipro immer noch ausharrt. Gerade ältere und ärmere Menschen können oder wollen auch nicht ihre Häuser und Gärten verlassen. Haupt- und ehrenamtliche Hilfsteams versorgen sie mit dem Nötigsten und kommen im Notfall, um zu suchen, bergen und zu löschen. Dabei werden die Rettungsteams ebenfalls gezielt ins Visier genommen. Zahlreiche Löschfahrzeuge und Krankenwagen wurden von Drohnen zerstört.

Die Partnerorganisation Winds of Changes unterstützt die Betroffenen mit Medikamenten, Hygienematerial und therapeutischen Angeboten. Nach Angriffen fahren Notfallteams zu den ausgebombten Menschen, um Seelsorge zu leisten und bei Evakuierung und allem weiteren zu helfen. So brachte die nunmehr 13. Hilfslieferung des BerlinOdessaExpress neben Lösch- und Bergetechnik auch medizinisches Material und Hygieneprodukte ins Land. Noch wichtiger als diese materielle Form der Solidarität war das Wiedersehen mit den Ehrenamtlichen aus Deutschland und Dänemark. Sie zeigt den übernächtigten Menschen vor Ort, dass ihr Schicksal nicht in immer neuen Krisenmeldungen untergeht, sondern zählt.

Wir danken allen Helfern und Spendern, die diese wichtige Unterstützung möglich gemacht haben! Der nächste Transport steht schon vor der Tür. Mit Blick auf den nächsten Kriegswinter sammeln wir, um die Ersthelfer*innen sowie psychosoziale und medizinische Angebote zu unterstützen. Konkret werden aktuell Generatoren und Medikamente zusammengestellt.

Eindrücke von der Fahrt

Die Fahrzeuge sind voll ausgestattet und transportieren auch medizinisches Material.
Die Fahrt ging bei Tempo 90 über mehrere Tage. Übernachtet wurde in Feuerwehrwachen.
Feierliche Übergabe der Fahrzeuge an der Gebietsgrenze zu Cherson