- Aus dem Freiwilligenalltag
Gerade jetzt! Für eine Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit
Zum Tag der offenen Tür öffneten wieder zahlreiche Ministerien und das Bundeskanzleramt ihre Türen in der Hauptstadt. Darunter auch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es gab ein buntes Programm mit vielen tollen Initiativen. Vom Kinderzirkus, der Sendung mit der Maus über Berufsberatung, Checker Julian bis hin zu den Freiwilligendiensten. Denn das Ressort mit dem langen Namen arbeitet zu ganz unterschiedlichen Bereichen in der Gesellschaft. Hier entscheidet sich der Zusammenhalt einer offenen demokratischen Gesellschaft, über Generationen und unterschiedliche Gruppen hinweg und mit den Themen Jugend und Bildung auch die Zukunft. Oft sind es viele Initiativen der Zivilgesellschaft, die im Kleinen konkret wirksam werden und einen Unterschied machen – im Leben vieler Menschen und damit auch gesamtgesellschaftlich.
Freiwilligendienste sind solch ein roter Faden gesellschaftlicher Integration und demokratischer Resilienz. Freiwillige leisten an vielen Stellen der Gesellschaft einen wertvollen Dienst: Von Kindergärten, Krankenhäusern, ökologischen und kulturellen Projekten bis hin zu Sportvereinen und Gedenkstätten. Sie bringen sich voll ein, gerade dort, wo den professionellen Teams die Zeit fehlt: für Begegnung, Austausch und Stärkung von Menschen, die oft in unserer Gesellschaft übersehen werden: Kinder, ältere Menschen, ärmere Menschen.
Bei uns am Stand konnten sich die zahlreichen Interessierten aus erster Hand informieren: von den Freiwilligen Junia (Freiwilliges Ökologisches Jahr), Lars vom Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege und von Moritz, der #mitASF ein Freiwilliges Internationales Jahr mit dem Programm IJFD gemacht hat. Staatssekretär Ingo Behnel erfuhr von den Freiwilligen, was dieses Jahr und Engagement für sie bedeutet: nicht nur persönliches Wachstum mit ersten beruflichen und internationalen Erfahrungen, sondern auch gesellschaftliche Verantwortungsübernahme und viele Begegnungen und Bindungen über Grenzen hinweg – ob in einem Auslandsjahr oder in einem ganz anderen Gesellschaftsbereich, den manch junger Mensch nach der Schule und vor einer Ausbildung vielleicht nie kennen gelernt hätte.
Wichtig dabei ist, dass die Freiwilligen gut beraten, vorbereitet und durch das Jahr begleitet werden. Dafür braucht es erfahrene Trägerorganisationen, viele Seminartage und verlässliche Partnerschaften mit den Einsatzstellen. Diese Qualität kostet auch etwas. Umso wichtiger ist es, dass der Bund dieses Engagement weiterhin ausreichend und zuverlässig fördert. Denn Freiwilligendienste sollten allen Interessierten offenstehen – unabhängig vom eigenen Geldbeutel oder dem der Eltern. Will diese Gesellschaft zusammenhalten, ist eine Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit ein kleiner, aber sehr wirksamer Bestandteil davon.
Mehr dazu in einem kürzlich veröffentlichten Papier des Bundesforums Freiwilliges Internationale Jahr.