• Klare Kante gegen Rechts
  • ,
  • Presse

#demokratierelevant – ASF beteiligt sich an Kampagne gegen rechtsextreme Geschichtsnarrative

Die Verzerrung von Geschichte, die Unsichtbarmachung sperriger Erinnerung sind für Rechtsextreme zentral, um demokratische Gesellschaften und ein geeintes Europa zu spalten, ob in Magdeburg oder in Moskau. Kritisches Erinnern in einer offenen Gesellschaft ist deshalb für Rechtsextreme #gefährlich. Erinnern ist #demokratierelevant. Wo, wenn nicht in den internationalen Freiwilligendiensten von ASF zeigt sich das besser? Also beteiligt sich ASF an der Kampagne #demokratierelevant.

Frau in roter Bluse mit verschränkten Armen vor Stacheldrahtzaun, Blick aufwärts; #DEMOKRATIERELEVANT rechts oben.

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und das Netzwerk Digital History and Memory starten am 24. August unter dem Hashtag #demokratierelevant eine gemeinsame Social-Media-Kampagne. Damit soll einerseits auf die Gefahr rechtsextremer Geschichtsnarrative und andererseits auf die Bedeutung einer kritisch-reflektierten Erinnerungskultur für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufmerksam gemacht werden. Die Posts spitzen sprachlich zu: „Gefährlich“ ist die kritische Aufarbeitung der NS-Verbrechen für alle Akteure, die Geschichte umdeuten, relativieren oder verdrängen wollen, um ihre politischen Ziele zu erreichen.

Mit der Kampagne reagieren die Gedenkstätten auf die Beobachtung, dass die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen zunehmend infrage gestellt wird. Nationalistische Geschichtsmythen und völkische Ideologien verbreiten sich schnell, nicht zuletzt unter Jugendlichen. Sie richten sich gegen die kritische Diskussion der Vergangenheit und drohen Fundamente unseres Zusammenlebens zu untergraben: ein respektvolles und solidarisches Miteinander, das auf der Würde jedes einzelnen Menschen basiert.

Dem stellen die Posts entgegen, was Gedenkstätten leisten: Sie setzen sich nachdrücklich für die kritische Aufarbeitung der Gewaltgeschichte ein. Durch Bildungsarbeit und Forschung schaffen sie Räume für eine offene und faktenbasierte Debattenkultur, für die Begegnung von Menschen und die Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen. Sie begreifen die kritisch-reflektierende Erinnerungskultur als wichtigen Beitrag zu einer offenen und diversen Gesellschaft.

Jutta Weduwen, ASF-Geschäftsführerin: „Die Verzerrung von Geschichte, die Unsichtbarmachung unbequemer Erinnerung sind für Rechtsextreme zentral, um demokratische Gesellschaften und ein geeintes Europa zu spalten, ob in Magdeburg oder in Moskau. Kritisches Erinnern in einer offenen Gesellschaft ist deshalb für Rechtsextreme #gefährlich. Erinnern ist #demokratierelevant. Wo, wenn nicht in den internationalen Freiwilligendiensten von ASF zeigt sich das besser? Also beteiligt sich ASF an der Kampagne #demokratierelevant.“

Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten: „Durch rechtsextreme Geschichtsnarrative ist die kritisch-reflektierende Erinnerungskultur gefährdet. Gruppenbasierte Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung nehmen immer bedrohlichere Züge an. Wir müssen alles daransetzen, diese Entwicklung zu stoppen – im analogen und im digitalen Raum.“

Arne Jost und Nicole Steng, Sprecher*innen des Netzwerks Digital History and Memory: „Rechtsextreme Gegner*innen der Erinnerungskultur sind in den sozialen Medien unglaublich aktiv und präsent. Deswegen gehen wir als Netzwerk Digital History and Memory mit der Kampagne genau dorthin, um für unsere Arbeit einzustehen.“

Die Kampagne startet vor den anstehenden Wahlen und ist als offenes Angebot gestaltet. Gedenkstätten, historische Museen, Archive und andere Einrichtungen können die Aussagen übernehmen und mit Inhalten aus ihrer eigenen Arbeit füllen. Die Kampagne läuft unter anderem auf Instagram, Facebook und Bluesky unter dem Hashtag #demokratierelevant.